SWR3 Gedanken
Die ersten Urlaubswochen. Ein bisschen Familienurlaub im Allgäu, Städtetrip nach Hamburg – voll von schönen Begegnungen. Der Radfahrer, der geistesgegenwärtig bremst, als ich unbedacht die Straße überquere und statt zu schimpfen, mich trotzdem freundlich anlächelt. Ein junger Mann, der hört, dass wir nach einem Weg suchen und uns anspricht, ob er uns helfen kann. Die Fahrgäste in der Bahn. Ganz selbstverständlich helfen sie der jungen Musikerin. So bringt sie beim Aussteigen ihren Riesenkoffer und die Instrumente rechtzeitig aus dem Zug.
Auf einem Spielplatz Mirka mit ihrem Sohn Louis. Sie sprechen uns an der Tischtennisplatte an. Erst ein bisschen schüchtern, aber mit einem offenen Lächeln. Dann geben sie uns mit großer Herzlichkeit Tipps für gute Restaurants in Hamburg.
Ich könnte natürlich auch von den Begegnungen erzählen, die weniger freundlich waren. Auch die gibt es immer. Aber ich möchte die guten behalten. Wie in einem großen inneren Fotoalbum.
Und ich frage mich, ob Jesus damals mit seinen Jüngerinnen und Jüngern deshalb so gerne durchs Land gezogen ist: Weil man dabei Menschen trifft, die einen mit Gutem überraschen. Menschen, die Türen öffnen, sich spontan Zeit nehmen und ein Stück Leben mit einem teilen. Unangenehme Begegnungen hatte er auch, wie die Bibel berichtet. Aber so wie ich mir Jesus vorstelle, hat auch er versucht die guten Erlebnisse zu behalten. Ich weiß, was ihn angetrieben hat und will ein bisschen davon abhaben: Ein bisschen von der liebevollen Menschenfreundlichkeit, die einem so viele Türen öffnet. Sie lässt einen aufbrechen. Sie hilft, wenn es auch mal schwierig wird. Wenn man nicht freundlich empfangen wird.
Wozu Jesus mich ermutigt: Ich selbst kann die gute Begegnung sein, die für andere den Tag schön macht.
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