SWR3 Gedanken

13SEP2025
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Mit einer Horde von dreißig Kindern ins Pflegeheim? Geht!

Ich hab es ausprobiert, mit meinen dreißig Chorkindern. Wir waren an einem Nachmittag zum Auftritt eingeladen.

Gut fünfzig Seniorinnen und Senioren haben unten im Speisesaal auf uns gewartet. Gleich in der ersten Reihe eine Frau, die immer vor sich hin gebrabbelt hat, daneben eine Frau, die durchgängig geweint hat. In der zweiten Reihe war die Oma von Chormädchen Pia, und in der dritten Reihe der Opa von Livie.

Die Kinder stellen sich schön in Reih und Glied auf, ich platziere mein E-Piano, und dann legen wir los. Obwohl es im Raum stickig ist und so typisch nach Pflegeheim riecht, halten die Jungs und Mädchen durch. Es ruft immer wieder mal jemand rein, aber die Chorkinder wissen: alles was jetzt zählt ist singen und lächeln.

Ganz am Schluss kommt dann unser Höhepunkt im Programm. Dazu verteilen sich die Kinder im Raum. Pia läuft gleich zu ihrer Oma, Livie zu ihrem Opa, und unsere ältesten Mädchen trauen sich ganz nach hinten, dorthin wo die Menschen mit den aufwendigeren Liegerollstühlen sind.

Das Lied beginnt, und die Kinder breiten ihre Arme aus, ganz weit. Ich habe es ihnen so erklärt: „Wir machen ein Segensdach, das soll gut schützen.“ Jetzt fangen die Kinder zu singen an: „Der Vater im Himmel segne dich, er passe auf dich auf. Er gebe dir was nötig ist, verlasse dich darauf.“

Mit Müh und Not kann ich noch meine Noten am Klavier spielen, denn viele Menschen beginnen zu weinen.

Kinder bringen so viel mit, auch ins Pflegeheim, wo ja so viele leiden, und es oft auch kaum noch Hoffnung gibt. Wie gut tun da die Kinder mit ihren fröhlichen Liedern und ihrem Lächeln, da sind sie ein echter Segen.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=42847
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