Anstöße SWR1 RP / Morgengedanken SWR4 RP

30AUG2025
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Dieses Jahr feiert ein besonderes Kirchenfenster sein 60. Jubiläum. Wenn ich an die Geschichte hinter diesem Fenster denke, dann gibt mir das Hoffnung.

John Petts lebt in Wales in Großbritannien, als er 1963 von einem schrecklichen Attentat hört: In Alabama in den USA wirft eine Gruppe von Rassisten eine Bombe in eine Kirche, die von vielen Schwarzen Menschen besucht wird. Bei der Explosion der Bombe werden vier Mädchen ermordet, und es wird auch ein Kirchenfenster zerstört.

Tausende Kilometer weit weg, auf der anderen Seite des Atlantiks, sitzt John Petts. Er hört von dem Tod der Mädchen und überlegt, was er tun kann. John ist Künstler, er fertigt Fenster aus Buntglas. Er will ein Zeichen setzen für eine hoffnungsvolle Zukunft. So kommt John auf die Idee, Spenden zu sammeln, um das zerstörte Kirchenfenster durch ein neues zu ersetzen. Damit möglichst viele Menschen mitmachen können, gibt es für die Spender eine Regel: Keiner darf mehr als umgerechnet 4 Euro spenden. Er setzt einen Spendenaufruf in die Zeitung in Wales. Daraufhin stehen Tausende von Menschen Schlange, um ihre kleine Spende bei ihm abzugeben. Auch viele Kinder sind dabei.

So kommt genug Geld für ein neues Fenster zusammen. Vor genau 60 Jahren wurde das Fenster von John Petts installiert in der Kirche in Alabama. Dort kann man es auch heute noch sehen, in der Baptistenkirche in der 16. Straße. Es heißt „Wales Fenster“, weil es ein Geschenk von Tausenden von Menschen aus Wales ist. Das Fenster zeigt einen Schwarzen Jesus. Mit der rechten Hand weist er Hass und Ungerechtigkeit ab – und gleichzeitig bietet er mit seiner linken Hand Vergebung an.

John Petts und die vielen Spender aus Wales zeigen: Die Hoffnung krempelt die Ärmel hoch und setzt ein Zeichen - manchmal sogar auf der anderen Seite der Welt.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=42819
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