SWR Kultur Wort zum Tag
Der Sänger Michael Patrick Kelly – das ist eines der vielen Kinder aus der Kelly Family – ist inzwischen auch als Solist sehr erfolgreich. Er hatte auch seine Krisen, und vielleicht hat ihn das so stark und erfolgreich gemacht. Jetzt hat er in einem Song eine kleine Kindheitssünde gestanden. Es war nicht ganz sauber, was er da gemacht hat, aber wie er damit umgeht, und wie er darauf zurückschaut, davon bin ich sehr angetan.
Der kleine Michael Patrick war gerade mal fünf Jahre alt. Die Kelly Family hat damals in Spanien gelebt, und die Mutter war gerade gestorben. Am Muttertag hat der Junge auf einer Wiese einen Feldblumenstrauß gepflückt und ist zum Grab seiner Mutter auf den Friedhof gegangen. Als er gesehen hat, was für tolle Sträuße auf den anderen Gräbern standen, da hat er sich für seinen eigenen geschämt. Seiner Mama hätten die Feldblumen bestimmt 1000 Mal besser gefallen, aber die konnte ja leider nichts mehr dazu sagen.
Gute 40 Jahre später gesteht der Sänger: „Deswegen habe ich alle anderen Blumen von den Gräbern geklaut und auf das Grab meiner Mutter gelegt.“ Und weiter erzählt er: „Ich stelle mir vor, dass meine Mutter von oben runtergeschaut und sich gedacht hat: gutes Herz, aber schlecht erzogen.“
Michael Patrick Kelly hat vor kurzem den Song „Mother´s Day“ – „Muttertag“ veröffentlicht. Darin erinnert er sich an seine warmherzige Mutter, und er prophezeit darin: „Ich werde einen Weg finden, dir am Muttertag Blumen zu besorgen.“ Und an einer Stelle im Song heißt es etwas rätselhaft: „Ich werde nach Hause kommen und versuchen, einige Fehler zu korrigieren.“
Die Stelle nimmt wohl Bezug darauf, wie die Geschichte um die gestohlenen Blumen noch weiterging. Tatsächlich ist Michael Patrick Kelly zum Tatort zurückgekehrt und hat versucht, den Fehler zu korrigieren, und das zeigt die echte Größe des Sängers. Er erzählt: „Ich war vor einiger Zeit wieder in Spanien, bin mit einem Lastwagen voller Blumensträuße zu dem Friedhof gefahren und habe auf alle Gräber Blumensträuße gelegt, um das wiedergutzumachen, was ich damals verbockt habe.“
An der Geschichte ist mir einiges sympathisch: Zum Beispiel, wie arg der kleine Michael Patrick seine Mutter gemocht haben muss. Oder wie er Jahre später mit einem Augenzwinkern seinen kleinen Fehltritt eingesteht. Und als Krönung natürlich, wie er ihn jetzt wiedergutgemacht hat. So konsequent würde ich auch gerne mit meinen Fehlern umgehen.
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