Anstöße SWR1 RP / Morgengedanken SWR4 RP
Einmal im Jahr fahre ich mit meiner Familie in die französischen Berge. Dort, auf einer kleinen Hütte, verbringen wir unseren Sommer. Es ist wie im Bilderbuch: Ein alter Herd, der mit Holz beheizt wird und Strom gibt’s nur, wenn die Sonne scheint. Ein einfaches, aber erfüllendes Leben.
Wir haben dort oben auch fließendes Wasser. Aber in den letzten Jahren ist es weniger geworden. Die Sommer sind trockener, die Quelle versiegt immer häufiger. Das zwingt uns zum Umdenken. Wir müssen mit dem Wasser viel bewusster umgehen. Es ist kostbar geworden.
Dort oben in den Bergen merke ich, wie selbstverständlich Wasser für mich sonst ist. Zuhause kommt es einfach aus dem Hahn. Wann ich will. So viel ich will. Nach jedem Sommer nehme ich mir vor: Ich will das Wasser mehr wertschätzen. Bewusster duschen. Sparsamer abwaschen. Nicht den Schlauch laufen lassen, wenn ich Blumen gieße. Und doch merke ich jedes Mal, wie schnell ich wieder in den alten Trott falle.
In diesem Jahr habe ich mir deshalb etwas vorgenommen: Immer wenn ich Wasser brauche, will ich mindestens einmal pro Tag den Wasserhahn ganz bewusst auf- und wieder zudrehen. Um mir klarzumachen: Wasser ist nicht selbstverständlich. Irgendwann wird Wasser kostbarer sein als Gold.
Davon bin ich überzeugt. Dass ich heute Wasser trinken darf, damit kochen und mich waschen kann, dafür bin ich sehr dankbar. Und diese Dankbarkeit heißt für mich: Wertschätzen, was ich habe und verantwortlich damit umgehen.
