Anstöße SWR1 RP / Morgengedanken SWR4 RP
Neulich begegnete mir auf Social Media die Anzeige einer Krankenkasse. Dort hieß es: heute schon einmal bewusst eingeatmet? Normalerweise ignoriere ich solche Anzeigen. Aber dieses Mal blieb ich hängen. Ich habe kurz nachgedacht: hab ich heute schon einmal bewusst eingeatmet? Nein. Eigentlich atme ich fast nie bewusst ein und aus. Ich hab also den Ratschlag angenommen und einmal tief Luft geholt, ganz bewusst und ohne an etwas anderes zu denken.
Für einen kurzen Moment war da nur noch mein Atmen.
Das mit dem Atmen ist schon seltsam, denke ich mir. Mein Atmen begleitet mich mein ganzes Leben, ohne dass ich darüber nachdenke. Es atmet einfach in mir. Nur beim Sport achte ich auf meine Atmung oder wenn ich versuche, im Gebet zur Ruhe zu kommen. Aber sonst nicht. Dabei war das Atmen das erste, als ich geboren wurde. Und es wird das letzte sein, wenn ich sterbe. Wie ein Rahmen umschließt das Atmen mein Leben.
In der Bibel heißt es, dass Gott den Menschen, den er geschaffen hatte, lebendig macht, indem er ihm Lebensatem in die Nase bläst. Die Bibel bringt dadurch zum Ausdruck: Atmen und Leben, das ist ein und dasselbe. Wenn ich das nächste Mal wieder atemlos durchs Leben hetze, mache ich mir das bewusst und hole einfach einmal tief Luft.
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