Anstöße SWR1 BW / Morgengedanken SWR4 BW

04SEP2025
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Es gibt Menschen, die könnten alles werden. Alles lernen, alles studieren, in vielen Berufen Karriere machen. Weil sie einfach so vielseitig begabt sind. Ganz schön schwierig, bei all den Möglichkeiten dann den eigenen Weg zu finden.

So ging es auch einem Mann, dessen Name weltweit bekannt ist: Albert Schweitzer. Heute vor 60 Jahren ist er gestorben.

Wer war er? Und womit verbindet man seinen Namen? Bekannt geworden ist er als der ‚Urwalddoktor‘, wie man ihn damals genannt hat. In Lambarene, im heutigen Gabun, hat er ein Krankenhaus aufgebaut und geleitet, das es heute noch gibt. Und in diesem Beruf als Arzt hat er schließlich auch seine Lebensaufgabe gefunden. Zuvor hatte er schon sehr erfolgreich Philosophie und Theologie studiert, und sich darüber hinaus auch als Kirchenmusiker einen Namen gemacht – ein richtiges Allroundtalent. 

Natürlich war Albert Schweitzer wie jeder Mensch auch ein Kind seiner Zeit. Etwa, wenn er afrikanische Mitarbeiter nicht auf Augenhöhe sah und sie eher wie Kinder behandelte.

Ja, in manchem blieb er Kind seiner Zeit. Und war ihr in anderem doch schon meilenweit voraus. Was er als Philosoph, als Theologe, als Arzt erkannt hat, das hat er in genialer Weise zusammengefügt. Daraus hat er eine ganz eigene Ethik entwickelt, er nennt sie „Ehrfurcht vor dem Leben“. Das Neue daran: Er schaut nicht nur auf den Menschen, sondern auf die ganze Schöpfung in ihrer Vielfalt, auf alles Lebendige, winzige Käfer und Mäuse nicht weniger als Affen und Elefanten. Sein Grundsatz heißt: „Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das Leben will.“ Jedes Lebewesen hat sein Recht zu leben. Und unsere Aufgabe als Menschen ist es, jedes Lebewesen auch zu seinem Recht kommen zu lassen. Was für ein Gedanke – und was für ein Perspektivenwechsel! In einer Zeit, in der noch niemand an Artensterben und Erderhitzung gedacht hat. Dass er sich vegetarisch ernährt hat, war für ihn nur konsequent. Und ebenso, dass er zutiefst Pazifist war.

1954 hat Albert Schweitzer den Friedensnobelpreis bekommen. Für seinen Einsatz für Frieden und für Gerechtigkeit. Zwischen Mensch und Mensch. Zwischen Mensch und Tier. Zwischen Geschöpf und Schöpfung.  

https://www.kirche-im-swr.de/?m=42761
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