SWR3 Gedanken

27AUG2025
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An der Uni Berkeley haben sie ein Experiment gemacht, das schonungslos aufdeckt, wie wir so ticken: Zwei Personen haben Monopoly gespielt. Eine der beiden wurde bevorteilt: Sie bekam mehr Startgeld, und jedes Mal wenn sie über Los kam, doppelt so viel Einkommen. Außerdem durfte sie mit mehr Würfeln würfeln.

Das ist im echten Leben ja auch so. Das Kind eines bengalischen Bauern hat einfach schlechtere Karrierechancen als das eines schwedischen Konzernchefs. Und auch die Flüchtlingsfamilie in Deutschland hat´s einfach nicht so leicht wie die Lehrerfamilie.

Das Forschungsteam hat bei dem Monopoly-Experiment folgendes beobachtet: Fast immer haben die Bevorteilten das Spiel gewonnen. Und sie haben den Gewinn meistens ihrem eigenen Können und ihrer Strategie zugeschrieben, nicht etwa den besseren Startbedingungen. Die Reichen hatten nur zu Beginn des Spiels kurz Mitleid mit ihrem Mitspieler. Dann sind sie dazu übergegangen dominant aufzutreten. Sie haben die eigenen Züge laut kommentiert, manchmal sogar für die Schwächeren die Spielfigur vorgerückt und dazu auch noch öfter in die aufgestellte Snack-Schüssel gegriffen.

Das Experiment macht deutlich, was man auch in der Realität beobachten kann: Länder oder Menschen mit besseren Grundbedingungen vergessen allzu oft, dass sie sich ihre Vorteile nicht selbst verdient haben. Eigentlich wäre die Haltung schön, auch den Mitspielern die Schlossallee oder gar den Sieg zu gönnen. Beim Spielen und im Leben geht es nicht nur ums Gewinnen, sondern vor allem darum, gemeinsam eine gute Zeit zu verbringen. Das gelingt am besten, wenn ich mich in andere hineinfühlen kann und sie wertschätze. Wenn ich immer dankbar bleibe für das, was mir geschenkt ist.

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