SWR4 Abendgedanken

15AUG2025
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Nichts schmeckt so gut wie der erste Bissen Butterbrot, wenn man nach Stunden endlich oben auf dem Gipfel angekommen ist. Dann sitzt man da, lässt den Blick übers Tal schweifen und staunt.

Auch eine Art von Gipfelerlebnis ist in der Bibel aufgeschrieben. Es ist das, was Mose am Berg Horeb erlebt haben soll: 

Eigentlich hat Mose nicht geplant zu einem Berg zu wandern. Mose ist draußen in der Steppe unterwegs und hütet seine Schafe und Ziegen. Plötzlich bemerkt er ein Feuer an einem nahegelegenen Berg. Neugierig, was da gerade passiert, lässt er seine Tiere zurück und geht los. Er sieht einen Dornbusch, der Feuer gefangen hat, außerdem ist da ein starker Wind und Mose hört ein ganz außergewöhnliches Flüstern. Die Stimme sagt zu Mose: „Ich bin der Gott deines Volkes Israel und ich werde euch aus der Unterdrückung befreien.“ Kurz zur Erklärung: Die Israeliten waren damals Gefangene der Ägypter. Sie waren ein versklavtes Volk.

Und jetzt diese Nachricht: Israel soll befreit werden und ausgerechnet Mose soll derjenige sein, der das allen klar macht. Und auch noch die Befreiung für sein ganzes Volk durchzieht? Am Berg Horeb muss Mose ziemlich überfordert gewesen sein. Sofort hält Mose dagegen: „Und was ist, wenn mir niemand glaubt?“. Die Stimme antwortet: „Du musst dich nur trauen, ich bin bei dir.“ Also verlässt Mose den Berg und legt los. Und obwohl ihm einige Steine in den Weg gelegt werden, kann er die Israeliten aus der Gefangenschaft der Ägypter befreien.

Ich weiß nicht, ob die Geschichte mit Mose und dem brennenden Dornbusch am Berg Horeb haargenau so passiert ist. Es ist mir auch nicht so wichtig.

Für mich macht die Geschichte aber eines deutlich: Es gibt Orte, die haben eine ganz besondere Ausstrahlung, da kann man etwas Großartiges erfahren. Der Blick auf das Meer zum Beispiel, kann so ein Gefühl auslösen. Wenn die Wellen rhythmisch an die Küste schwappen und der Horizont endlos erscheint. Und in den Bergen kann es einem auch so gehen. Wenn man auf die Welt herunterblickt und nur noch über die Schönheit der Natur staunen kann.
Für manche Menschen ist dieses Gefühl von Weite ein Fingerzeig dahin, dass es noch etwas Größeres gibt als unsere Welt, Gott zum Beispiel. Und dass Gott für Freiheit steht und diese auch ermöglichen möchte. Am Meer oder oben in den Bergen, da kann man die Freiheit fast greifen. Die Freiheit, die auch Mose für sein ganzes Volk erkämpft hat. Zusammen mit Gott, der ganz sicher Freiheit ermöglichen will. Für alle, auch für mich.

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