SWR3 Gedanken
Zufrieden mümmelnd sitze ich am Morgen vor meiner Müslischale, als es plötzlich zwischen meinen Zähnen kracht. Ich bin entsetzt, als ich sehe, was ich aus meinem Mund ziehe: ein kleines Stück Hartplastik, wie von einer Plastikdose oder so. Alles auf meinem Tisch aus Plastik ist noch ganz – also woher kommt das Teil? Vielleicht ist bei der Produktion was schiefgelaufen. Vielleicht lag es schon auf dem Feld, auf dem das Getreide gewachsen ist. Ich weiß es nicht.
Jedenfalls ist dieses kleine Stück ein Weckruf an mich. Die Welt hat ein gewaltiges Müllproblem, und ich bin mittendrin. Studien zeigen, dass jeder Deutsche im Schnitt 5 Gramm Mikroplastik pro Woche isst. Jeder Müll in der Natur landet am Ende wieder auf irgendeinem Teller – im Fischfilet oder eben in meinem Müsli.
Es macht wieder „Klick“ in meinem Kopf: Wenn sich was bessern soll, dann muss ich mitmachen, wo ich kann. LED-Birnen oder meine leere Druckerpatrone gehören auf den Recyclinghof, und die Schokoriegel-Verpackung beim Gassigehen ist schnell aufgehoben. Auch Karotten gibt’s unverpackt. Im pazifischen Ozean schwimmen Müllinseln rum, die sind viermal so groß wie Deutschland. Gemessen daran, ist Umweltschutz gar nicht so anstrengend oder teuer. Ab und zu einen Umweg machen und ein paar aufmerksame Extra-Minuten, das ist mein Part.
Gott hat uns diesen einen Planeten anvertraut mit den Worten: Passt gut drauf auf. Oder wie ging nochmal diese Weisheit der indigenen Abenaki aus Kanada:
„Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist – erst dann werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann.“ – Und eben auch kein Plastik.
