Anstöße SWR1 BW / Morgengedanken SWR4 BW
Der 12. August ist internationaler Tag der Jugend.
Heute sehe ich sie nicht, die Jugendlichen meiner Gemeinde, doch nach den Sommerferien sind wir wieder jeden Mittwoch beisammen. Dann trifft sich die Jugendgruppe und alle erzählen davon, was sie in der vergangenen Woche erlebt haben. Seit 7 Jahren bin ich nun Pastorin. Auch, wenn die Jugendlichen mit der Zeit gewechselt haben, ein Thema ist geblieben: Stress und Druck.
Dieser Druck geht nicht nur von den Eltern oder von der Schule aus. Sie machen sich Druck, es perfekt zu machen. Und wenn ich auf die letzten Jahre schaue, höre ich von den Jugendlichen auch immer wieder die Sorge um die Erde und wie sie unter den Nachwirkungen der Pandemie leiden.
Was können wir tun, um Jugendliche zu unterstützen und zu ermutigen?
Die Jugendlichen spüren den Druck in sich. Ich wünsche mir, dass wir in der Gesellschaft diesen Druck nicht unnötig verstärken. Vollkommen nehmen können wir als Erwachsene den Druck nicht. Das wäre wahrscheinlich auch nicht gut. Denn bis zu einem bestimmten Grad hilft er auch. Nur wird es irgendwann zu viel.
Was wäre, wenn wir den Jugendlichen vermitteln können: Du bist angenommen. Geliebt. Genug. Gut, so wie du bist. Das als Jugendliche zu hören und zu verinnerlichen, tut wahnsinnig gut. Nicht nur Jugendlichen, auch uns Erwachsenen.
Vor einiger Zeit war in meinem Briefkasten eine Postkarte. „Du bist perfekt!“, stand drauf. Natürlich ist klar, dass keiner von uns fehlerlos ist. Doch das war nicht die Botschaft der Postkarte. Es ging darum, dass wir in Gottes Augen perfekt sind.
Gott hat uns alle wunderbar gemacht. In Psalm 139 kommt das zum Ausdruck. Dort betet einer zu Gott und sagt: „Ich danke dir und staune, dass ich so wunderbar geschaffen bin.“ Gott hat jeden Menschen perfekt geschaffen. Perfekt heißt hier: vollständig geliebt, angenommen und wertvoll.
Für die Jugendlichen konkret bedeutet es zum Beispiel, dass ihr Wert nicht davon abhängt, wie erfolgreich sie gerade in der Schule sind oder wie rund es mit Freundin, Freund oder Familie läuft. Sie sind gut, so wie sie sind.
Als Erwachsene können wir ihnen das vorleben. Mit Druck und Stress umgehen zu lernen, ist eine lebenslange Herausforderung. Doch wir als Erwachsene können Jugendliche unterstützen. Ihnen vermitteln: Du bist gut, so wie du bist.
Angenommen und geliebt. Das anzunehmen und zu glauben mag herausfordernd sein, egal ob jugendlich oder schon erwachsen. Ich hoffe, dass wir den heutigen Tag der Jugend zum Anlass nehmen können, Jugendlichen zu ermutigen.
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