SWR3 Gedanken
„Ich möchte mithelfen, dass sich etwas ändert.“ Diesen Satz habe ich vor knapp drei Monaten genau so schon einmal hier im Radio gesagt. Mir ging es darum, aufmerksam zu machen: Viel zu viele Kinder und Jugendliche mit psychischen Erkrankungen müssen viel zu lange auf einen angemessenen Therapieplatz warten. Häufig sind es mehrere Monate.
Nachdem ich hier davon erzählt hatte, haben sich viele Gespräche ergeben. Oft wurde ich gefragt: „Wie kann ich helfen?“ Aktuell habe ich darauf nur zwei Antworten: Die eine ist, auf die Situation aufmerksam zu machen. Damit möglichst viele davon erfahren, darum wissen.
Die andere ist, bei denjenigen nachzuhaken, die etwas ändern können. Das sind Politikerinnen und Politiker. Denn die Kinder- und Jugendpsychotherapeutinnen und -therapeuten, sie würden ja gerne viel mehr jungen Menschen helfen. Auch die Teams in den Kliniken. Mehr geht aber nicht. Es kann sich also nur etwas ändern, wenn es mehr Fachleute gibt. Und, sofern es möglich ist, dass mehr präventiv gearbeitet wird. Also erst mal herauszufinden, woher die psychischen Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen kommen, um dann zu vermeiden, dass sich überhaupt erst ernsthafte Erkrankungen entwickeln.
Das wird aber nicht einfach so passieren. Trotzdem hatte ich ja gesagt: Ich möchte mithelfen, dass sich etwas ändert. Deswegen habe ich beschlossen, dass ich mir in den kommenden Tagen Zeit nehme, um eine Petition aufzusetzen. Damit sich diejenigen, die in der Politik etwas ändern können, mit diesem Thema befassen. Für die erkrankten Kinder, Jugendlichen und ihre Familien, die so dringend Hilfe brauchen.
https://www.kirche-im-swr.de/?m=42671