Anstöße SWR1 RP / Morgengedanken SWR4 RP
Ich saß am Sonntagabend selbst im Zug, auf dem Weg nachhause, als ich die Nachrichten vom Zugunglück in Oberschwaben gehört habe. Um mich herum Menschen auf dem Weg: eine Gruppe junger Männer, die sich lebhaft unterhält, gegenüber eine schlafende junge Frau und neben uns im Viererabteil eine Mutter mit ihren Kindern, die sich auf Zuhause freuen.“
Die Menschen in dem Zug, der bei Riedlingen entgleist ist, waren wahrscheinlich auf ganz ähnlichen Wegen unterwegs. Erschöpft, gelangweilt, in Vorfreude bald daheim zu sein. Kurz vor dem Start in eine neue Woche.
Völlig unerwartet ist das Unglück über sie und ihre Angehörigen hereingebrochen.
Jede und Jeder in diesem Zug hat Menschen, die ihnen nahestehen, die sie lieben.
Sie alle sind jemandem wichtig. Ich schicke ein Stoßgebet nach oben: Sei du jetzt dort, Gott.
Mehr Worte habe ich erst mal nicht. Ich halte es kaum aus, mir vorzustellen, wie es den Menschen geht, die das erlebt haben. Den Angehörigen. Den vielen Helferinnen und Rettern. Wie lange sie noch mit dem kämpfen müssen, was an diesem Sonntag passiert ist.
Ich bin mir sicher: Jeder Mensch in diesem Zug ist Gott wichtig. Und gleichzeitig muss ich es aushalten, dass die Welt und das Leben zerbrechlich sind. Dass auch Gott ein Unglück nicht verhindert.
Trotzdem glaube ich daran, dass er uns nicht verlässt. Dass er da ist, wenn wir tief verzweifelt sind
Für mich bleibt diese Hoffnung. Dass Gott Kraft gibt. Und Trost.
Gott soll einhalten, was er versprochen hat. Dass er bei uns bleibt, auch in solchen dunklen Stunden.
Ich bete:
Gott, ich bin erschüttert von dem Unglück bei Riedlingen.
Mitten auf dem Weg, von ihren Liebsten, nach Hause, nach einem erfüllten Wochenende,
sind Menschen ums Leben gekommen.
Andere wurden verletzt. An Leib und Seele.
Steh denen bei, die um geliebte Menschen bangen oder trauern.
Stärke alle, die helfen. Bring du uns durch die kommenden Tage. Amen
