SWR1 3vor8

10AUG2025
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Ich sitze mit einer Freundin auf einer Bank auf dem Spielplatz. Wir unterhalten uns und beobachten dabei ihre Kinder im Sandkasten, die friedlich spielen. Bis, ja, bis ein Kind eine Hand voll Sand nimmt und dem anderen Kind den Sand in die Augen wirft. Und das andere daraufhin dem Sandwerfer seine Schippe auf den Kopf haut. Das Geschrei ist groß – auf beiden Seiten - und das war es dann mit dem friedlichen Nachmittag.

Was den Geschwistern im Sandkasten schon schwerfällt: Den Frieden wieder herzustellen - wie schwer ist das erst bei Konflikten zwischen Nationen. Wenn Schlag und Gegenschlag sich gegenseitig hochschaukeln, wenn die Spirale der Gewalt sich immer weiter dreht. Wer hat angefangen? Wer ist im Recht? Wer kann einlenken und aufhören?

Der Prophet Jesaja hatte im achten Jahrhundert vor Christus einen Traum: Alle  Völker werden ihre Schwerter zu Pflugscharen machen und ihre Spieße zu Sicheln. Kein Volk wird mehr gegen das andere das Schwert erheben und sie werden nicht mehr lernen Krieg zu führen. (Jesaja 2,4)

Aber der Prophet Jesaja weiß auch, dass sein Traum nicht schnell in Erfüllung gehen wird.  Er sagt: „Es wird zur letzten Zeit sein.“ (Jesaja 2,2)  Erst das Ende der Welt wird von Gottes Frieden bestimmt sein. Denn Jesaja sieht ganz realistisch, wie die Welt zu seiner Zeit ausgesehen hat. Nämlich ganz und gar nicht friedlich. Und auch ich  muss wohl zur Kenntnis nehmen, dass bis zu diesem großen Gottesfrieden am Ende, Frieden oft ein schöner Traum bleibt.

Aber Jesaja hat nicht nur geträumt.  „Ihr könnt etwas für den Frieden tun“, sagt er, „und zwar jetzt und nicht erst irgendwann.“ Er gibt uns einen Rat, wie wir uns heute verhalten können, damit wir zum Frieden beitragen: „Kommt, sagt er, lasst uns wandeln im Licht Gottes!“ (Jesaja 5,5)

Das heißt für mich: Ich hoffe auf den großen Frieden Gottes am Ende der Welt und tue bis dahin alles, was in meiner Kraft steht, um Gottes Licht in der Welt leuchten zu lassen:  Ich bringe meinen Kindern schon im Sandkasten bei,  nicht sofort draufzuhauen, wenn sie Sand in die Augen geworfen bekommen. Ich überlege gemeinsam mit meinen Kindern, wo Gewaltspiralen ihren Anfang nehmen und wie wir sie durchbrechen können. Ich übe mit ihnen die Kunst der Verhandlung, und bringe die Einsicht ins Gespräch, dass die scheinbar einfachsten Lösungen nicht immer die besten sind. Und ich versuche, ihnen ein gutes Vorbild zu sein.

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