Anstöße SWR1 RP / Morgengedanken SWR4 RP
Eine meiner Erinnerungen aus Kindertagen ist das Auto meines Onkels. Meine Eltern besaßen damals noch kein eigenes. Am Armaturenbrett des Wagens hatte mein Onkel eine kleine Plakette aus Metall befestigt. Ich habe sie mir immer angeschaut, wenn ich mit ihm fuhr. Sie zeigte einen großen Mann, der auf seiner Schulter ein Kind durchs Wasser trägt. An den Mann auf der Plakette wird heute in den Kirchen erinnert: Christophorus. Heute ist sein Gedenktag. Glückwunsch zum Namenstag deshalb an alle Christophs oder Christines.
Der Legende nach soll Christophorus Gott dadurch gedient haben, dass er Menschen durch einen gefährlichen Fluss trug. Eines Tages sieht er ein Kind am Ufer stehen. Er nimmt es auf die Schultern und trägt es durchs Wasser. Unterwegs bemerkt er, dass das Kind immer schwerer wird. Ihm scheint fast so, als ob er plötzlich die ganze Welt auf seinen Schultern liegen hätte. Am andern Ufer angekommen sagt das Kind zu ihm: „Mehr als die Welt hast du getragen. Der Herr selbst war es, den du getragen hast.“ Das meint auch sein Name: Christophorus - Christusträger.
Auch heute noch fällt mir hin und wieder auf, dass Menschen so eine Plakette im Auto haben. Am Armaturenbrett oder als Anhänger am Rückspiegel. Der Heilige Christophorus, an den die Plakette erinnert, gilt als Schutzpatron aller, die auf Reisen sind. Nicht nur mit dem Auto. Sicher ist aber auch: Christophorus wird nicht auf magische Weise ein Unglück verhindern. Aber er kann mich vielleicht erinnern, wie kostbar das ist, was ich transportiere. Menschen, die bei mir im Auto sind. Und auch ich selbst. Wie bei allen Schutzpatronen meint die Figur des Christophorus aber auch: Was immer geschieht, da ist noch jemand, der mit dir geht und dich begleitet.
Und genau das wünsche ich Ihnen auch, wenn Sie in diesen Sommertagen auf Reisen gehen. Dass sie beschützt und behütet unterwegs sind und sicher ans Ziel kommen.
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