SWR Kultur Lied zum Sonntag

20JUL2025
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Mich begeistern Menschen, die Probleme nicht nur erkennen, sondern auch etwas dagegen zu tun. Wie der Verein „Schwimmen für alle Kinder“ in Tübingen. Der hat erkannt, dass sich Badeunfälle häufen. Und sorgt deshalb durch Spenden und viel ehrenamtliches Engagement dafür, dass möglichst viele Kinder sicher schwimmen lernen. Auch die, deren Eltern es an Kenntnissen oder Geld fehlt, sie zum Schwimmkurs anzumelden.
Nicht meckern, sondern machen! So eine Haltung will auch unser Lied zum Sonntag fördern. Eine Art christliches Aufbaulied: Wir wolln uns gerne wagen in unsren Tagen der Ruhe abzusagen, die’s Tun vergisst, so hat Nikolaus Ludwig von Zinzendorf um 1730 gedichtet.

Strophe 1

In der ersten Strophe des Liedes ist dabei noch gar nichts spezifisch Christliches zu erkennen: Aufbauen, anpacken für eine bessere Welt. Darin können sich viele wiederfinden: Yes, we can!
Zinzendorf, der seinerzeit mit der Herrnhuter Brüdergemeine ein innovatives Modell christlicher Gemeinschaft gegründet hat, beschreibt erst in der zweiten Strophe, was für ihn dabei zentral ist: Die Liebe wird uns leiten!

Strophe 2

Die Liebe ist für Zinzendorf das zentrale Kriterium. Die Liebe öffnet die Augen dafür, was dran ist. Sie nimmt andere Menschen und ihre Nöte in den Blick.
Die Liebe zeigt aber auch den Weg, auf dem man das Ziel erreicht: Nicht ohne Rücksicht auf Verluste, sondern mit Augenmaß und einer realistischen Einschätzung der eigenen Kräfte – ob‘s Zeit zu streiten, ob‘s Rasttag sei, wie Zinzendorf formuliert. Und noch etwas ist ihm wichtig: Dass solches Engagement immer Teamarbeit ist.  Zinzendorfs Team ist die christliche Gemeinde, die sich vom Vorbild Jesu leiten lässt:

Strophe 3

Nicht meckern, machen! Aus Liebe mit Augenmaß an die Arbeit gehen – und sich so als Gemeinschaft füreinander und für andere einsetzen. Ich finde: Von dieser Einstellung, die das Lied beschreibt, könnten wir auch heute mehr brauchen.
Was Zinzendorf dabei geholfen hat, war seine Hoffnung, die er als Christ hatte: Ganz am Ende geht es nicht darum, ob wir alles geschafft und richtig gemacht zu haben. Ganz am Ende, darauf hat Zinzendorf vertraut, steht Gottes gute Zukunft. Und so heißt es am Schluss des Liedes:

Drum mag der Leib ermüden: wir gehen im Frieden,
von Jesus ungeschieden, und sterben nicht.

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