SWR3 Gedanken
Im Reliunterricht wird viel erzählt. Zum Beispiel sprechen wir über die Bedeutung der Namen der Kinder. In der Klasse sind Kinder aus verschiedenen Ländern und Kulturen. John kommt aus Indien. Er weiß genau, dass sein Name aus der Bibel stammt. Und dass John oder Johannes der beste Freund von Jesus war, aber dass der Name ‚der von Gott Begnadete‘ bedeutet, das wusste er noch nicht. Mika stammt aus Japan: wunderschöner Duft bedeutet ihr Name. Sonja heißt Weisheit oder Schlafmaus und Nizar die Spitze des Berges oder der Bescheidene. Shoresh steht für Revolution oder für die Wurzel. Angelo ist natürlich ein Engel. Masih ist Perser, seine Eltern haben ihn so genannt, denn Masih heißt Messias, der Retter; darauf ist er stolz.
Die Kinder machen sich viele Gedanken über die Bedeutung ihrer Namen in ihrem Leben. Sie fragen sich und die Eltern, warum die sie so genannt haben. Schöne Geschichten erzählen sie davon. Oft ist da auch ein Rätsel. Ich erzähle den Kindern, welche Bedeutung Namen in der christlichen Tradition haben. Bei der Taufe sagen wir, was Gott zu uns allen sagt: Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du gehörst zu mir. Die Kinder rätseln, ob Gott vielleicht ihren Eltern ihren Namen zugeflüstert hat. Dann fragen sie, wie ich eigentlich heiße und was das bedeutet. „Ilka ist die ungarische Verkleinerungsform von Helena. Das bedeutet …“ Da springt Nizar auf und brüllt: „Das kommt aus der griechischen Mythologie. Die schöne Helena!“ Leo schüttelt den Kopf, er kennt sich eher mit Rappern aus. „Was ist das? My? My?“ Nizar, der Bescheidene, wundert sich: Aber das weiß man doch… Und Sonja, die Weise wirft ein: Nicht alle wissen das gleiche, aber alle wissen was. Schlaumeier diese Kinder und alle von Gott beim Namen gerufen.
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