SWR3 Gedanken
In diesem Jahr wurden an mehreren Orten die Paraden zum Christopher Street Day abgesagt.
Aus Angst. Weil queere Personen in der letzten Zeit immer häufiger und heftiger angegriffen werden. Nun mögen Sie sagen, was beschäftigt sich die Kirche nun eigentlich auch noch mit diesen LGBTQIA - wie heißt das noch mal? Lesbisch, schwul, trans, queer, inter- oder asexuell.
Wir beschäftigen uns damit, weil noch und immer wieder Leute, die einfach nur sein wollen, wie sie sind, auch von Christinnen und Christen angegriffen werden. Im Namen Gottes wollen sie verbieten, dass Menschen lieben, wie sie lieben und leben, wie sie leben. Darum beschließen immer mehr Kirchen die Einführung eines Diskriminierungsverbotes in ihren Grundordnungen. In Baden heißt es da direkt in Artikel 1: „Eine diskriminierende Behandlung etwa aufgrund des Geschlechtes, des Lebensalters, der sexuellen Orientierung, der Geschlechtsidentität, einer Behinderung, einer rassistischen Zuschreibung oder ethnischer Herkunft ist unzulässig. Das hört sich an wie etwas ganz Normales. Aber das ist es nicht: Hannes und Peter sind das erste schwule Pfarrerehepaar der Pfalz. Darüber reden sie öffentlich und erleben einen waren Shitstorm, Hateposts und persönliche Angriffe. Bei der Prideparade trägt Hannes einen pinken Glitzerhut. Laut brüllt er in die Menge: „Happy pride!“
Und schreibt dann auf Insta, wo er so viel Hass erlebt hat: „Wir feiern uns nicht, weil alles gut ist. Wir feiern, weil wir sonst verschwinden in unserer Angst. Pride ist Hoffnung, ist Heimat, ist Liebe. Liebe lässt sich nicht reglementieren. Liebe ist ungerade. Ungehorsam. Unbeugsam.
Sie tanzt quer zur Norm, trägt Glitzer auf Narben und küsst in Farben, die ihr nie vorgesehen habt.“
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