SWR3 Gedanken
Gott ist mein Schwarzlicht. Das denke ich, weil mein weißes Shirt gerade so schön leuchtet und die Socken meiner Tochter. Ich bin beim Schwarzlicht-Minigolf und stehe zwischen knapp zwanzig bunt schimmernden Golfbahnen, um mich rum ist es ziemlich dunkel. Gerade schlägt meine Tochter unseren kleinen gelb leuchtenden Minigolfball über eine blaue Leuchtpyramide, und wir jubeln.
Die Atmosphäre in der Halle ist spacig, und wegen des ultravioletten Lichts strahlen bei den paar Leuten um uns rum die lustigsten Sachen. Bei der Frau neben mir leuchtet das Weiße im Leopardenmuster ihrer Shorts besonders schön, bei dem Typ zwei Bahnen weiter der weiße Aufdruck auf der Cap.
Schwarzlicht lässt die Details leuchten, und so stelle ich mir das bei Gott auch vor: dass er nämlich die Sachen so richtig zur Geltung bringt, bei denen ich klar bin und eindeutig. Die weißen Sachen in mir drin sozusagen. Denn ich bin überzeugt: Gott hat ein ganz besonders großes Interesse für genau diese Seiten an mir. Er stellt das in sein besonderes Licht, wo ich besonders entschieden bin. Wenn ich einfach nur dankbar bin, oder aus größter Überzeugung Nein zu was sage.
Kurz bevor wir mit unserer Minigolf-Session fertig sind bemerke ich noch ein leuchtendes Detail im Schwarzlicht. Es ist der reparierte Schneidezahn meiner Tochter. Wenn sie lacht, dann leuchtet ihr aufgesetzter Ersatzzahn besonders hell.
Auch das passt in meiner Vorstellung super zu Gott: dass er das, was irgendwie gekittet ist und mal kaputt war, ganz besonders zum Strahlen bringen kann.
Ich mag diesen Vergleich: Gott ist mein Schwarzlicht.
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