SWR3 Gedanken

07JUL2025
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„Das ist mir egal, sagt mein Neffe: Zeitverschwendung.“ Wir sprechen über Nachrichten und ich sage, wie wichtig ich es finde, sich täglich gut und seriös zu informieren. Mein Neffe ist Anfang 20 und schüttelt ungeduldig den Kopf, er guckt kein analoges Fernsehen mit seinen ollen Nachrichtensendungen, er hört kein Radio, er rollt die Augen, wenn sein Opa mit dem regionalen Anzeiger kommt oder ich, seine Tante, mit meiner überregionalen Zeitung – sowas liest doch kein Mensch mehr, sagt mein Neffe. Er ist beschäftigt mit Freundin, Ausbildung, Freundeskreis – der Rest ist ihm egal.

Die Welt macht es einem ja gerade auch nicht leicht, sich mit Nachrichten zu beschäftigten.

Trotzdem: Gerade dieses Wörtchen „egal“ macht mich fertig. Es zeigt eine Gleichgültigkeit, die mich sprachlos macht. Denn ich bin der Meinung: Je mehr Menschen dieses Wort „egal“ im Munde und in ihren Sinnen haben, desto mehr werden sie auch sich selber egal. Wenn nur noch das engste Umfeld wichtig ist, dann geht unser gesellschaftlicher Zusammenhalt verloren.

Wir sind aber nicht egal; wir sind Gott nicht egal. Gottes Liebe zu uns ist wie ein Aufstand gegen dieses Egal, gegen die Gleichgültigkeit. Weil der Liebe Gottes niemand und nichts egal ist. Gottes Liebe zu uns ist eine Einladung an jeden und jede von uns, die Welt, das Leben und all die anderen Menschen nicht sich selbst zu überlassen. Sondern mit Interesse für sie alle zu leben. Und dafür brauchen wir doch auch gute und seriöse Nachrichten.

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