SWR1 Anstöße sonn- und feiertags
Heute beginnt bei uns im Ort die Konfirmandenzeit 2025/2026. In einem Gottesdienst mit anschließendem Gemeindefest stellen sich gut 30 Jugendliche vor, die dann fast ein Jahr lang gemeinsam unterwegs sind und dem christlichen Glauben näher auf die Spur kommen. Nächsten Donnerstag gleich geht es zum Start für vier Tage aufs KonfiCamp mit insgesamt 200 Jugendlichen aus dem gesamten Kirchenbezirk. Und nach den Sommerferien ist immer mittwochnachmittags anderthalb Stunden lang Konfi-Kurs.
Auch unsere älteste Tochter ist diesmal mit dabei. Dass sie teilnimmt und Konfirmandin wird, war nicht selbstverständlich. Aus ihrer Schulklasse haben sich nur ein paar Jugendliche dazu entschlossen. Viele sind nicht getauft oder haben keinen Kontakt zu einer Kirchengemeinde – und sich dann mit 13 oder 14 Jahren noch aktiv dafür zu entscheiden, diese Hürde ist ziemlich hoch. Und auch wenn unsere Tochter schon getauft ist – und als Eltern war wichtig, dass sie die Konfirmandenzeit freiwillig angeht. Also nicht nur einfach so mitmacht, weil das halt dazugehört. Oder gar aus Pflichtgefühl gegenüber uns Eltern oder den Großeltern. Sie sollte selbst überlegen: Ist mir das wichtig? Lasse ich mich ein auf dieses besondere Jahr, investiere ich Zeit dafür? Als dann klar wurde, dass sich auch ein paar gute Freundinnen zur Konfirmandenzeit anmelden, hatte sie Lust darauf.
Das sind gute Voraussetzungen, finde ich. Ich bin gespannt, was unsere Tochter erlebt und erfährt als Konfirmandin. Und wie das für uns als Eltern so wird. Früher war ich Gemeindepfarrer – und in dieser Rolle einige Jahre lang hauptverantwortlich für die Konfirmandenzeit. Jetzt bin ich als Vater mit dabei, als indirekter Teilnehmer sozusagen. Und ich bin gespannt auf die Fragen, die in dieser Zeit auftauchen können. Die will ich mir auch selbst stellen: Was bedeutet mir meine Taufe? Wie wird Glaube spürbar für mich, im ganz normalen Leben? Welche Rolle spielt Gott für unsere Familie, für unser Miteinander? Und welchen Platz haben wir in der Kirchengemeinde?
In der Konfirmandenzeit haben solche Lebens- und Glaubensfragen Raum. Vor allem für die Konfis, aber auch für alle, die sie begleiten. Dass wir diesen Raum auch nutzen und persönlich weiterkommen, das wünsche ich uns – und allen anderen, die diesen Sommer in die Konfi-Zeit starten.
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