Anstöße SWR1 RP / Morgengedanken SWR4 RP

30JUN2025
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Guten Morgen …… oder heute mal: Hej! Denn so grüßen sich die Leute in Schweden. Ein Hej ist wie ein Hallo bei uns.

In Luleå, einer Stadt in Schweden, ist vor einiger Zeit eine Hej-Kampagne ins Leben gerufen worden. Die Stadtverwaltung von Luleå hat die Bewohnerinnen und Bewohner aufgerufen, sich gegenseitig zu grüßen. Jederzeit. Jede Person. Egal ob man sich kennt oder nicht. Einfach jedem Menschen ein Hej zurufen. Keine großen Worte. Ein Hallo reicht. Und es haben fast alle mitgemacht.

Tatsächlich ist in Luleå die Stimmung untereinander spürbar gestiegen. Einfach weil sich alle gegrüßt haben. Ein Hej für die gute Laune. Sogar ein Hej gegen die Einsamkeit. Denn im schwedischen Luleå, so hoch im Norden, bleibt es im Winter wochenlang dunkel. Das schlägt den Menschen aufs Gemüt. Viele fühlen sich einsam. Aber als dann alle begonnen haben sich zu grüßen, ist das mit der Einsamkeit besser geworden.

Es gibt sogar wissenschaftliche Untersuchungen dazu: bereits ein kurzer Kontakt zwischen Menschen hebt die Stimmung und hilft gegen Gefühle von Einsamkeit. Bereits ein kurzer Gruß signalisiert dem anderen: ich habe dich gesehen; du bist nicht allein. Einander sehen und sich das gegenseitig zeigen ist also total wichtig.

Die Hej-Kampagne in Luleå erinnert mich an die Hej-Kampagnen von Jesus. Jesus hat mal eine Frau an einem Brunnen angesprochen, die für die anderen am Ort eine Außenseiterin war. Aber weil sie angesprochen wurde – Hej, du! – fühlte sie sich auf einmal angenommen. Endlich hat ihr jemand das Gefühl gegeben, dass sie dazu gehört. Eine wundervolle Begegnung war das.

In Luleå, in Schweden ist nicht aus jedem Hej ein Wunder geworden. Trotzdem hat das Hej vieles verändert und möglicherweise einiges geheilt. Und darum wünsche ich Ihnen heute und allezeit ein freundliches Hej auf die Lippen oder gerne auch ein Hallo.

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