SWR1 Anstöße sonn- und feiertags
Vielleicht erleben Sie heute ja etwas, von dem Sie sagen: „Gottes Geist weht, wo er will“. Vielleicht kommt Bewegung in eine festgefahrene Sache, oder irgendetwas gibt ihnen ganz unerwartet neue Energie. Darum geht es an Pfingsten, um Gott, der Kraft gibt – oft da, wo man es nicht erwartet. So ging es den Jüngern Jesu, als sie nach seinem Tod keine Ahnung hatten, wie es weiter gehen soll. Erst als der Heilige Geist sie gepackt hatte, im Sturm und mit Feuerzungen, da kam ihr Mut zurück und sie hatten wieder Energie, um rauszugehen. So erzählt es die Bibel.
„Gottes Geist weht, wo er will“. Jesus selbst hat diese Worte gesagt. Er hat versucht, den Heiligen Geist, das Unsichtbare, zu erklären. Er hat damit klar gemacht: Wie, wann und wo Gott wirkt, das ist weder planbar noch kontrollierbar.
Eine Idee davon habe ich bekommen, als mein Sohn gefirmt wurde. Der Bischof legt ihm seine Hände auf den Kopf und sagt: „Sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist“.
Ob und wie der wirkt, das bleibt abzuwarten. Aber auf jeden Fall können mein Sohn und die anderen jungen Leute mit ihm rechnen. Und das ist schon ganz schön viel. Weil es bedeutet: Ich lasse mich auf etwas ein, das ich nicht kenne. Ich wage etwas, das auf den ersten Blick verrückt scheint. Ich probiere was aus. Ich finde, dieser Zuspruch ist wichtig für die jungen Leute auf ihrem Weg durchs Leben.
Bereit zu sein für den Heiligen Geist, das ist ganz grundsätzlich eine wertvolle Übung, gerade jetzt; um in schwierigen Zeiten oder in Krisen die Zuversicht nicht zu verlieren.
Auch wenn ich den Heiligen Geist nicht bestellen und mit ihm planen kann, für mich gibt es Orte und Situationen, die es mir einfacher machen, seine Kraft wahrzunehmen. Ich suche tatsächlich den Wind und die Weite. Am Meer, in den Bergen oder einfach auf der nächsten Anhöhe mit Blick auf die Schwäbische Alb; in einem Gottesdienst oder bei Musik unter freiem Himmel.
Das stärkt mich und ich kann klarer sehen: Was ist jetzt dran? Und dann kommt auch meine Energie zurück, wie bei den Jüngern damals.
Pfingsten bedeutet für mich deshalb auch: Mut haben und diesen luftigen Weggefährten mitnehmen. Sei es auf die eigene Lebensreise oder auch jetzt spontan in den Pfingsturlaub. Auf dass er weht, wo er will.
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