Anstöße SWR1 RP / Morgengedanken SWR4 RP

27MAI2025
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Die Kirche ist keine Partei. Politiker und auch Politikerinnen betonen diesen Satz immer dann, wenn die Kirche mal wieder eine Stellungnahme abgibt, die ihnen nicht passt.

„Die Kirche ist keine Partei“, das stimmt, aber sie ist parteiisch. Immer wenn es um Gerechtigkeit, Frieden und die gute Schöpfung Gottes geht, hat die Kirche auf der Seite der Opfer zu stehen, ohne Wenn und Aber. Denn das steht – um in der Sprache der Parteien zu sprechen – in ihrem Grundsatzprogramm, der Bibel. Und das nicht erst seit einigen Jahrzehnten oder Jahrhunderten, sondern seit Jahrtausenden. Schon die Propheten des Alten Testamentes hauen ganz schön auf den Putz, wenn im Lande die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer werden. Und Jesus stellt sich da ganz in die Reihe dieser Propheten. Wenn es um die Ungerechtigkeit geht, dass die einen hungern und die andern in Saus und Braus leben, versteht er keinen Spaß. Und das gilt auch wenn diese Hungernden Flüchtlinge sind. Für ihn sind auch sie Geschöpfe Gottes so wie jeder deutsche Wohlstandsbürger auch. Ich weiß, mit dieser Haltung kann man in Deutschland zurzeit keine Wahlen mehr gewinnen. Aber die Kirche ist – Gott sei Dank – keine politische Partei. Sie lebt nicht davon, Wahlen zu gewinnen.

Kein Wunder, werden sie vielleicht denken, dass der Kirche die Leute weglaufen. Mit dieser altmodischen Botschaft, dass Geben seliger ist als Nehmen, dass Teilen wichtiger ist als sich die eigenen Taschen vollzustopfen, ist eben kein Blumentopf mehr zu gewinnen.

Für Deutschland und die so genannte westliche Welt scheint das zu stimmen, weltweit aber ist diese Botschaft weiterhin attraktiv und kann Menschen begeistern. In Deutschland wird die Kirche immer kleiner - schade. Aber weltweit ist sie immer noch am Wachsen – gut so. 

https://www.kirche-im-swr.de/?m=42242
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