SWR4 Sonntagsgedanken
Hilfe wofür
Vor ein paar Tagen bin ich auf dem Weg zum Bäcker fast vom Fahrrad gefallen. Da ist direkt neben mir ein Rasenmäher aus seiner Garage gefahren. Der Mähroboter war gar nicht laut. Aber das leise Surren hat mich trotzdem erschreckt.
Solche Roboter sieht man jetzt überall. In manchen Science-Fiction-Serien sind die von Menschen kaum zu unterscheiden. Die Realität im Haushalt sieht aber noch ganz anders aus. Da finden sich Saug- und Putzmaschinen, die im Wohnzimmer ihre Runden drehen. Mini Tischstaubsauger. Roboter für den Swimmingpool – wenn man denn einen hat. Fensterputzroboter gibt’s. Und auch Koch-Roboter. Maschinen, die ganze Mahlzeiten zubereiten, die schneiden, rühren und kochen können.
Viele solcher Haushaltshilfen sind praktisch. Putzen, Rasen mähen, Kochen. Das kann manchmal ganz schön lästig sein. Und wenn das Kreuz zwickt oder das Bücken schwer fällt, dann kann so ein Roboter entlasten. Aber sicher ist auch: Einen Haushaltsroboter muss man sich leisten können.
Als ich vom Bäcker zurückgefahren bin, da ist mir ein Gedanke durch den Kopf geschossen. Wenn ich einen Backroboter hätte, dann hätte ich mir die Fahrt heute Morgen wohl erspart. Nur: Will ich das wirklich? Maschinen, die mir alles abnehmen? Und damit meine ich nicht nur die Arbeit. Sicher, zum Bäcker fahren, das kostet Zeit. Aber ich bewege mich dabei auch, spüre die frische Luft, die letzte Schlafmüdigkeit wird weggeblasen. Ich freu mich unterwegs schon auf das Frühstück. Da fängt mein Tag gut an.
All das kann ein Backroboter nicht liefern. Der nimmt mir zwar vielleicht die Fahrt zum Bäcker ab. Aber alles anders würde mir fehlen. Ganz ähnlich geht’s mir bei den anderen Robotern. Wenn ich abends was koche, dann lasse ich den Tag an mir vorbeigehen. Oder ich muss mich so konzentrieren, dass ich all das vergesse, was mir heute Stress gemacht hat. Da bin ich froh, dass ich keinen Roboter habe.
Hand anlegen
Immer mehr Roboter gibt’s für Wohnung und Garten. Aber wofür brauche ich die eigentlich? Darum geht es heute in den Sonntagsgedanken in SWR 4.
Saugen, putzen, kochen, Rasen mähen, reinigen, für all das und vieles mehr gibt es Roboter. Die können ein Segen sein, weil sie lästige Arbeiten abnehmen oder helfen, wenn ich etwas selbst nicht so gut kann. Trotzdem finde ich es wichtig, dass ich Dinge selbst mache.
Selbst machen. Klingt einfach. Fällt aber oft schwer. Eine Geschichte dazu. Ein paar Fischer fahren wie üblich nachts zur See. Sie werfen Netze aus. Warten. Holen die Netze wieder ein. Nichts. Kein einziger Fisch. Stundenlang geht das so. Bis der Morgen dämmert. Enttäuscht fahren Sie wieder ans Ufer. Da kommt ein Mann und sagt: Probiert es noch einmal. Ein letztes Mal. Die Fischer fahren raus, werfen das Netz ins Wasser – und tatsächlich: Nun fangen sie unzählige Fische.
Eine Erzählung aus der Bibel. Ich finde: ziemlich nah an der Realität. Gut, ich bin kein Fischer. Aber mir geht’s oft so: Dass ich was probiere und es einfach nicht schaffe. Ich such dieses eine verdammte Puzzleteil. Nicht zu finden. Und da kommt jemand anders und fischt es für mich aus 1000 Teilen heraus. Oder beim Einkaufen. Ich tue mich da so schwer. Keine Ahnung wieso, aber ich find einfach keine passenden Hosen. Mit Hilfe geht’s da leichter. Jemand der aus den vielen Hosen dann doch die passende heraussucht.
Ein anderer Blickwinkel wirkt manchmal Wunder. Ein Mensch, der mich unterstützt. Jemand, der mir auf die Sprünge hilft. Ein Mensch, der sagt: Komm, probiere es noch mal. Oder: Machs so. Und dann wird das Puzzle fertig. Und die Hose passt. Doppeltes Glück. Ich hab was erledigt. Und jemand teilt das mit mir. Dieses Glücksgefühl, das macht das Leben rund. Kein Roboter der Welt kann mir das schenken.
Joh 21, 1–7
In jener Zeit offenbarte sich Jesus den Jüngern noch einmal, am See von Tibérias, und er offenbarte sich in folgender Weise. Simon Petrus, Thomas, genannt Dídymus, Natánaël aus Kana in Galiläa, die Söhne des Zebedäus und zwei andere von seinen Jüngern waren zusammen. Simon Petrus sagte zu ihnen: Ich gehe fischen. Sie sagten zu ihm: Wir kommen auch mit. Sie gingen hinaus und stiegen in das Boot. Aber in dieser Nacht fingen sie nichts. Als es schon Morgen wurde, stand Jesus am Ufer. Doch die Jünger wussten nicht, dass es Jesus war. Jesus sagte zu ihnen: Meine Kinder, habt ihr keinen Fisch zu essen? Sie antworteten ihm: Nein. Er aber sagte zu ihnen: Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus und ihr werdet etwas finden. Sie warfen das Netz aus und konnten es nicht wieder einholen, so voller Fische war es. Da sagte der Jünger, den Jesus liebte, zu Petrus: Es ist der Herr!
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