SWR3 Gedanken
An Ostern geht‘s vor allem ums eins – zumindest behaupten das meine Kinder: Das große Suchen. Und genau das dürfen sie nach wochenlangem Warten heute endlich tun: Gemeinsam mit ihren Cousinen und Cousins suchen sie im Garten nach Schokoeiern. Und DAS läuft mittlerweile hoch professionalisiert ab.
Ich stehe daneben, ziemlich fassungslos; denn suchen tun meine Kinder sonst eigentlich weniger gerne. Bevor sie zu Hause etwas wirklich suchen, geben sie schnell auf und stellen sich blind.
Aber ich kann das echt gut verstehen – denn auch ich suche ungern – dabei bin ich oft auf der Suche: nach Dingen wie meinem Hausschlüssel oder meinem Handy. Und breche das gerne vorzeitig ab; weil ich viel zu ungeduldig bin. Dabei lohnt es sich, nicht immer sofort aufzugeben. Besonders dann, wenn ich nach etwas suche, was echt wichtig für mich ist:
Zum Beispiel die Suche nach etwas Ruhe und Zeit für mich. Wie oft denke ich: Das klappt sowieso nicht, ich habe viel zu viel zu tun. Oder die Suche nach dem Glauben daran, dass etwas gut werden kann. Dazu bin ich manchmal nicht hoffnungsvoll und geduldig genug.
Irgendwann ist das große Suchen vorbei. Ich finde meine Tochter mit einem Körbchen voller Schokoeier. Sie lacht mich total stolz an. Und ich denk mir: Die hat das mit Ostern echt verstanden. Dran zu bleiben, beim Suchen. Das ist nämlich nicht nur bei kleinen Schokoeiern entscheidend, sondern auch bei den ganz großen Dingen: bei dem, was mich glücklich und hoffnungsvoll macht.
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