SWR1 3vor8

20APR2025
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„Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst. Ich habe dich bei deinem Namen gerufen. Du bist mein.“ Dieser Satz stammt aus dem Buch des Propheten Jesaja und ich spreche ihn nicht nur bei jeder Taufe, sondern auch auf dem Friedhof. Ein Satz Gottes für uns Menschen, der uns meint, wenn wir geboren werden und genauso wenn wir sterben.

Dieser Satz könnte auch die Überschrift sein für die Ostergeschichte, wie der Evangelist Johannes sie uns erzählt. Denn die Ostergeschichte beginnt auch auf einem Friedhof: Maria geht auf den Friedhof. Sie braucht einen Ort, um zu trauern. Denn mit Jesus ist die Freude in ihrem Leben gestorben. Sie hat ihn geliebt; und die dunkle Schwester der Liebe ist die Trauer. Denn auch jetzt sehnt sie sich nach ihm, will ihm nahe sein, wenigstens an seinem Grab. Aber dort bekommt sie es noch deutlicher zu spüren, dass ihre Liebe kein Gegenüber mehr hat. Dass sie den Menschen auch hier nicht mehr finden kann. Und die Tränen fließen.

Da können auch Engel nicht helfen. Zwei sitzen im offenen Grab, da wo Jesus eigentlich liegen sollte. Sie bekommen auf ihre Frage, warum Maria weint, nur eine knappe Antwort: „Sie haben meinen Herrn weggenommen und ich weiß nicht, wo sie ihn hingelegt haben.“ Noch immer sucht sie nach einem Toten – sucht nach einem Ort für ihre Trauer und kann die Zeichen nicht deuten. Weder die Engel sagen ihr etwas, noch das leere Grab.

Maria geht weg. Und als sie dann dem auferstandenen Jesus begegnet – er leibhaftig vor ihr steht - öffnet ihr das auch nicht die Augen: „Warum weinst du? Wen suchst du?“ Sie erkennt ihn nicht, weil es das einfach nicht gibt. Einen, der von den Toten zurückkehrt. Die Trennung zwischen Lebenden und Toten ist fürchterlich endgültig – da gibt es kein Wiedersehen. Erst als Jesus sich Maria wirklich zuwendet, sie bei ihrem Namen ruft, erst da erkennt sie ihn. „Maria“ – und ihr Herz wird warm.

Maria konnte ihren geliebten Freund nicht mehr finden – aber er hat sie gefunden. Gott hat sie gefunden und gerufen – bei ihrem Namen. Gott ruft uns mit Namen – unser ganzes Leben lang und darüber hinaus. An Gottes Liebe zu uns kann auch der Tod nichts ändern. Und das ändert alles. Frohe Ostern wünscht Ihnen Anne Waßmann-Böhm, aus Ingelheim, von der evangelischen Kirche

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