SWR3 Gedanken
Das Leben ist kein Ponyhof. Will sagen: Man muss sich halt anstrengen im Leben. Fertig. Das sagt zumindest der Volksmund. Und tagtäglich sagen es genervte Eltern zu ihren Kindern: Man muss sich halt anstrengen im Leben. Das Leben ist kein Ponyhof.
Aber ist das Leben wirklich nur Anstrengung? Manchmal ist das Leben doch auch ganz anders. Es gibt auch Leichtigkeit und Glück. Aber wenn ich vor lauter Leistungsbereitschaft und Druck abzuliefern gar nicht mehr dafür bereit bin, auch das Schöne und Gute wahrzunehmen, dann ist das natürlich ein Problem. Jesus sagt: Schaut die Blumen an! Sie arbeiten nicht und sind trotzdem schön. Oder die Vögel. Die haben ihr Futter! Und haben nichts angepflanzt und keine Scheune dafür gebaut. Aber einfach gar nichts mehr machen, geht ja auch nicht.
Vielleicht passt der Ponyhof aber dann doch ganz gut, um das Leben zu beschreiben. Denn: So ein Ponyhof macht ganz schön viel Arbeit. Die Ponys brauchen Futter, Pflege und Bewegung und wenn eines krank ist, muss man sich doppelt drum kümmern. Aber dann gibt es auf einem Ponyhof auch darum, genau das zu sehen: Dass Kinder sich an den Tieren freuen. Dass Ponys, die immer langsam waren, besonders schnell galoppieren können. Dass ein Pony gesund wurde, obwohl schon alle Hoffnung verloren schien. Manchmal ist das Leben doch ganz zauberhaft anders.
Vielleicht ist der Trick beim Leben nicht zu denken, dass ich mich entscheiden müsste zwischen: besonders anzustrengen ODER chillen. Sondern dass ich mein Herz und seine Augen offenhalte für das, was gerade wichtig ist auf dem Ponyhof des Lebens.
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