SWR4 Abendgedanken
Anna Görder:
„Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde.“ So steht es in der Bibel. Ich habe mir zusammen mit Konfirmandinnen und Konfirmanden aus der Tübinger Nordstadt Gedanken gemacht: Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde - Was bedeutet das für uns und unser Leben heute? – Heute kommen dazu Henk und Judith zu Wort:
Henk:
„Man lässt keine Menschen ertrinken. Punkt.“ Das hat die evangelische Pfarrerin Sandra Bils über die Flüchtlinge gesagt, die Jahr für Jahr auf der Flucht von Afrika nach Europa im Mittelmeer ertrinken. Die Evangelische Kirche in Deutschland hat sich mit United4Rescue, einer Flüchtlingsorganisation, zusammengetan, um Flüchtende zu retten. Sie will damit sagen: Jeder Mensch ist wertvoll und verdient Hilfe.
In der Bibel steht: „Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde.“ Das bedeutet, dass alle Menschen von Gott gleich geschaffen worden sind und deshalb von uns auch gleich behandelt werden sollen. Darum wünsche ich mir, dass wir keine Menschen, egal, welcher Herkunft, Religion oder Hautfarbe, benachteiligen. Sondern dass wir sie so behandeln, wie wir selbst gerne behandelt würden. Nämlich als Gottes alle gleich geliebte Kinder. Man lässt keine Menschen ertrinken. Punkt.
Judith:
Kein Mensch hat sich ausgesucht, wie und unter welchen Bedingungen er auf der Welt geboren wird und lebt. Darum ist für mich klar: Wenn jeder Mensch, der mehr besitzt, als er wirklich braucht, Menschen in Not etwas abgeben würde, dann könnte es allen Menschen besser gehen.
„Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde.“ Und zwar jeden Menschen. Darum sollten wir jeden Menschen gleich respektieren. Flüchtlinge können nichts dafür, dass sie in einem Land voller Armut oder sogar Krieg und Gewalt geboren worden sind. Viele wollen ihre Heimat deshalb verlassen. Das verstehe ich gut. Warum tun wir nicht alles, um ihnen zu helfen?
Ich finde es gut, dass bei uns in unserer Gesellschaft immer wieder Flüchtlingen wirklich geholfen wird: Bei mir an der Schule gibt es eine Vorbereitungsklasse für Schüler und Schülerinnen, die fliehen mussten. Die jungen Flüchtlinge lernen Deutsch, so dass sie sich in Deutschland besser zurecht finden.
Jesus fordert in der Bibel (Lukas 10,25ff): „Liebe deinen Nächsten wie Dich selbst.“ Recht hat er.
