Anstöße SWR1 RP / Morgengedanken SWR4 RP

29MRZ2025
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„Im Märzen der Bauer die Rösslein einspannt./ Er setzt seine Felder und Wiesen in Stand./ Er pflüget den Boden, er egget und sät/ und rührt seine Hände frühmorgens und spät.“ So lautet die erste Strophe eines bekannten Kinderliedes. Sie kennen es bestimmt auch. Damals in der Grundschule habe ich es gelernt. Aber das Lied war schon zu meinen Kindertagen aus der Zeit gefallen. Von den Landwirten bei uns am Ort hat keiner mehr seine Pferde eingespannt, um den Acker zu pflügen.

Diesen Mangel an Aktualität haben auch andere gespürt. Und darum wurde der Text des Liedes im Laufe seiner 150-jährigen Geschichte immer wieder angepasst. Eine durchaus ideologische Aktualisierung gab es zum Beispiel im Liederbuch der DDR-Jungpioniere. Dort wurde folgende neue Strophe veröffentlicht: „Ja, so war es einst, und die Arbeit war schwer./ Jetzt schaffen Traktoren und Mähdrescher mehr;/ Und seit nun die Felder zusammengetan,/ da kommt die Genossenschaft schneller voran.“

Aber egal, in welcher Zeit das Lied angepasst wurde, selten waren es Landwirte, die die neuen Strophen geschrieben haben. Darum fehlt oft der Realismus.

Ob da die Menschen, die die Bibel geschrieben haben, realistischer waren? Zumindest wussten sie, dass Landwirtschaft keine Romantik ist, sondern Arbeit. Darum sagt die Bibel deutlich, dass es Arbeit ist, den Acker zu bestellen, und dass du danach im Schweiße deines Angesichts dein Brot essen wirst. (vgl. Gen 3,19)

Und weil ich jetzt nicht selbst für mein Brot sorge, sondern es einfach beim Bäcker kaufen gehe, darum will ich besonders jetzt im März den Menschen in der Landwirtschaft Danke sagen. Sie sorgen an erster Stelle dafür, dass ich und alle anderen Nahrung bekommen.

Im Märzen kein Bauer mehr Rösslein einspannt,/ aber ganz viel schafft – das ist doch bekannt.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=41821
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