Anstöße SWR1 RP / Morgengedanken SWR4 RP

27MRZ2025
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Heute, am 27. März ist der Welttag des Theaters. An diesem Tag wird an die Bedeutung des Theaters für die Gesellschaft erinnert.

Leider habe ich das Gefühl, dass man vom Theater immer weniger mitbekommt. Als willkommener Zeitvertreib für die Menschen ist das Theater von Film, Fußball und Social Media abgelöst worden.

Mich fasziniert am Theater, dass auf der Bühne und im Zuschauerraum echte Menschen dabei sind. Und alles ist live. Wenn ich mich als Zuschauer trauen würde, dann könnte ich aufstehen und etwas sagen oder mich sogar ins Spiel bringen. Sicher, das macht man nicht. Man überlässt den Schauspielerinnen und Schauspielern die Bühne. Aber dass ich es könnte, macht ein besonderes Gefühl. Und darum schafft es das Theater, mich voll mit reinzunehmen.

Szenenwechsel. Im letzten Buch der Bibel, im Buch der Offenbarung, wird erzählt, dass einst Himmel und Erde neu werden. Und es wird gesagt: da wird es eine Hütte Gottes bei den Menschen geben. (vgl. Offb 21,3) Ursprünglich wurden diese Worte auf Griechisch geschrieben. Und im Griechischen heißt das Wort für „Hütte“ auch „Bühne“. Da steht also: Gottes Bühne bei den Menschen.

Und wenn ich mir das vorstelle, dann bringt mich das besonders heute am Welttheatertag auf Ideen: Die Welt ist eine Bühne – Gottes Bühne. Und auf dieser Bühne komme ich mit Gott ins Spiel. Selbst wenn ich nur Zuschauer sein will, muss ich darauf gefasst sein, dass Gott mich anspricht, denn im Theater gehöre ich immer dazu. Und weder spielt Gott allein auf der Weltbühne, noch kann ich allein auf dieser Bühne ein Einpersonenstück geben, sondern jeder Tag ist Welttheatertag.

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