Anstöße SWR1 RP / Morgengedanken SWR4 RP
Auch in der evangelischen Kirche darf man über Heilige sprechen. Sie gelten nicht als Personen, zu denen man betet, damit sie bei Gott wiederum für uns Lebende eintreten. Sondern sind einfach Menschen mit einem vorbildlichen Lebenswandel..
Heute, am 19. November, ist der Gedenktag der heiligen Elisabeth von Thüringen. Elisabeth lebte im dreizehnten Jahrhundert und war Landgräfin von Thüringen. Sie war eine sehr fromme Frau und sie hatte es sich zur Aufgabe gemacht, armen und kranken Menschen zu helfen. Dafür hat sie viel vom gräflichen Besitz hergegeben und auch selbst mit angepackt: Sie pflegte Leprakranke und verteilte Brot an Bettler. Das hat so manchem aus ihrer Familie nicht gefallen und es gab Ärger.
So erzählt man sich die Geschichte, dass Elisabeth wieder einmal mit einem großen Korb, voll mit frischem Brot, unterwegs war, um es an Arme zu verteilen. Auf dem Weg ist ihr ein Verwandter in den Weg getreten und hat sie zur Rede gestellt. Ob sie denn schon wieder heimlich alles an diese Elenden verprassen wolle. Die sollten lieber selbst für sich sorgen. Elisabeth solle den Korb zeigen. Leugnen zwecklos.
Als aber Elisabeth das Tuch wegzog, das über dem Korb lag, da war der ganze Korb voll mit Rosen. Die Brote hatten sich in schöne, rote Rosen verwandelt. Ein Wunder und ein wunderbares Symbol: Die Rosen als Blumen der Liebe. Und Elisabeth hatte ja ganz viel Liebe für Arme und Kranke.
Ich finde, das ist eine tolle Geschichte. Sie erzählt nämlich, wie sehr praktische Hilfe, Liebe und Schönheit zusammen gehören. Helfen und Teilen macht die Welt nicht nur besser, sondern eben auch schöner. Und „wenn das Brot, das wir teilen, als Rose blüht, dann hat Gott unter uns schon sein Haus gebaut, dann wohnt er schon in unserer Welt.“ (EG 632)
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