SWR1 Anstöße sonn- und feiertags

17NOV2024
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Heute ist Volkstrauertag. Er wird immer zwei Wochen vor der Adventszeit begangen. Volkstrauertag ist ein staatlicher Feiertag. Seine Ursprünge reichen bis in die 1920er Jahre zurück. Damals hat man an diesem Tag an die im Krieg getöteten Soldaten des Ersten Weltkrieges erinnert. Heute denkt man an alle Opfer von Gewalt und Krieg, denkt an Kinder, Frauen und Männer aller Völker, die in den Kriegen und durch Gewaltherrschaft gestorben sind.

Vor 110 Jahren brach der Erste Weltkrieg aus. Am Anfang zogen junge Freiwillige begeistert in diesen Krieg. Doch aus der anfänglichen Kriegsbegeisterung wurde schnell bittere Ernüchterung.

Im Herbst 1914 schreibt der achtzehnjährige Soldat Robert Oelbermann von der Westfront aus Frankreich an seine Freunde zu Hause: „Und dann kam die Schlacht selbst. – Mord! Nichts als Mord! Und ein Grausen packte uns. Sind wir Menschen? Oder sind wir Tiere?! Nur die Pflicht hielt viele von uns bis zuletzt. – Konnte es das sein, wonach wir uns gesehnt, wovon wir geträumt hatten? Nein und abermals nein!“ (zitiert nach: „Wir wollen eine andere Welt“ – Jugend in Deutschland 1900 - 2010. Berlin 2010. S. 69)

Robert Oelbermann musste erleben, dass der Traum von Stärke und Überlegenheit zum Albtraum werden kann.  Daran zu glauben, dass man siegen wird, ist trügerisch.

Bereits viele Jahrhunderte früher hat Jesus den eifrigen Petrus ermahnt, als dieser sein Schwert zog, um für ihn zu kämpfen. „Stecke dein Schwert an seinen Ort! Denn wer das Schwert nimmt, der wird durchs Schwert umkommen,“ (Mt 26,52)

Manch einem kommt dieser Satz von Jesus heute wie ein frommer, weltfremder Wunsch vor. Trotzdem ist es eine allzu wahre Mahnung: Verlasst euch nicht auf die Sprache der Waffen. Sondern sprecht und verhandelt miteinander. Sucht den Frieden ohne Schwert und Raketen. Dieser Satz Jesu ist eine lebenswichtige Erinnerung – gerade am Volkstrauertag.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=41030
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