SWR3 Gedanken
„Sorry für das Chaos, aber heute war so viel bei uns los“. Das hat meine Cousine neulich gesagt, als ich bei ihr vor der Tür stand. Ich fand es gar nicht chaotisch. Aber das ist ja auch Geschmacksache. Es lagen einfach ein paar Alltagsgegenstände rum. Man hat gesehen, dass da eine Familie wohnt, lebendig ist und was erlebt.
Klar, ich mag es auch nicht dreckig und es gibt eine Stufe an Chaos, die ist nicht mehr gut. Aber auch bei mir kann es manchmal chaotisch sein. Vor allem im Arbeitszimmer fällt es mir oft schwer, Ordnung zu halten.
In der Bibel steht eine Geschichte, wie die Welt entstanden ist. Da steht, dass am Anfang Chaos war. Da war Tohuwabohu – der Begriff, der heute für ein heilloses Durcheinander steht. Und dann hat Gott das Licht erschaffen nacheinander die Welt geordnet. Es kam sozusagen Ordnung in die ganze Sache.
Mir gefällt das. Dass am Anfang Chaos war. Und dass daraus eine ganz wundervolle Welt geworden ist mit Pflanzen, Tieren, Flüssen, Bergen, Tag und Nacht und auch den Menschen.
Ich glaube es braucht immer wieder Chaos, damit neu geordnet werden kann. In der Wohnung und auch in unseren Köpfen. Wenn mal was durcheinandergewirbelt wird, dann kann auch was Neues entstehen. Wenn mal was am falschen Ort liegt, dann merkt man vielleicht, dass der alte Ort auch nicht so gut war. Aus dem Chaos, dass Gott vorgefunden hat, ist immerhin eine wunderschöne und lebendige Welt geworden. Darum:
Statt „Sorry für das Chaos“, lieber „Heute war ein richtig schöner lebendiger Tag. Das sieht man“
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