SWR2 Wort zum Tag

13APR2023
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Hasen und Lämmer, das sind die klassischen Ostertiere. Aber auch die Schnecke ist ein Auferstehungssymbol. So finden sich auf einigen alten Kreuzigungsdarstellungen Schnecken mit ihrem Haus. Manche Bilder zeigen außerdem leere Schneckenhäuser. Schnecke und Auferstehung? Fünf Gründe, warum das so gut zusammenpasst.

Erstens. Schnecken werden schon mit ihrem Schneckenhaus geboren. Und dann schleppen sie es ganz ergeben ihr Leben lang mit sich herum. Nehmen sozusagen ihr Kreuz auf sich. Tragen es, wie Jesus sein Kreuz getragen hat.

Zweitens. Die Schnecke verkriecht sich im Herbst in ihr Haus. Verschließt es mit einem Deckel. Fällt in Winterstarre. Doch mit dem Frühling und den ersten wärmenden Sonnenstrahlen entfernt sie den Deckel. Wie ein Stein, der von einem Grab weggerollt wird. Die Schnecke kriecht sozusagen aus ihrem Grab wieder hervor.

Drittens. Es gibt Schnecken, die können ihren Körper abtrennen. Nur noch der Kopf bleibt übrig. Wahrscheinlich stoßen sie so lästige Parasiten ab. Aber dann wächst der Körper wieder nach. Eine fast schon wunderbare Fähigkeit zur Regeneration. Auch eine Art Auferstehung.

Viertens. Wenn Schnecken sterben, hinterlassen sie leere Schneckenhäuser. Gerade jetzt im Frühling sind sie überall zu finden. Ein leeres Schneckenhaus, da liegt der Gedanken an das leere Grab nahe.

Fünftens. Die Schnecke ist eine Meisterin, wenn es gilt, Hindernisse zu überwinden. Scharfe Kanten, hohe Zäune, spitze Stacheln – alles kein Problem. Die Schnecke trotz allen Schwierigkeiten: ein Hoffnungssymbol. Für den Sieg des Lebens über den Tod. Für die alltägliche Auferstehung.

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