SWR2 Wort zum Tag

08APR2023
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„Auferstehung? Klappt nicht!“ So lautete eine Überschrift in der Tageszeitung auf der Seite „Aus aller Welt“. Da hatte der Pastor einer südafrikanischen Freikirche vorhergesagt, dass er leibhaftig auferstehen würde. Eigentlich nicht ungewöhnlich für einen Christenmenschen. Im Glaubensbekenntnis bekennen wir uns dazu: „Ich glaube an die Auferstehung der Toten. Und das ewige Leben.“ Ungewöhnlich war in diesem Fall, wie die Angehörigen des Pastors mit seiner Ansage umgegangen sind. Als er gestorben ist, haben sie ihn nämlich nicht bestatten lassen. Fünfhundertneunundsiebzig Tage lang haben sie gewartet. Auf seine Auferstehung. Bis es dem Bestatter zu viel wurde. Der hat dann die Sache entschlossen beendet, eine gerichtliche Anordnung zur Beerdigung des Mannes erwirkt und der Witwe eine gesalzene Rechnung für die bis dato entstandenen Lagerkosten geschickt.

Eine kuriose Geschichte. Aber sie berührt auch eine Kernfrage des christlichen Glaubens: Worauf warten wir genau, wenn wir auf die Auferstehung der Toten warten? Bei der Theologin Dorothee Sölle lese ich: „Ich glaube an das Leben nach dem Tod, das Leben, das weitergeht nach meinem individuellen Tod, an den Frieden, der vielleicht irgendwann einmal sein wird, wenn ich schon lange tot bin (…). Ich glaube nicht an eine individuelle Fortexistenz. (…) Ich empfinde das wie eine Krücke des Glaubens, aber eigentlich sollten wir ja gehen lernen, und ich möchte gehen lernen, ohne mich dieser bürgerlichen Krücke bedienen zu müssen.“

Ist der Glaube an eine individuelle Auferstehung von den Toten also nur eine bürgerliche Krücke, weil der Mensch noch nicht einmal den Tod vor Augen davon ablassen kann, sich für unsterblich zu halten? Was ist dann mit all den Menschen, die schon gestorben sind, auf Wolken im Himmel auf uns warten und uns im Leben wie Engel begleiten? Diese Vorstellungen sind mir in meinem Pfarrerinnenleben schon bei so vielen Menschen begegnet, auch bei bekennenden Agnostikern, hartgesottenen Rationalisten und Gebildeten unter den Religions-Verächtern aller Art. Nur eine Krücke? Oder doch eher das Rückgrat des christlichen Glaubens, an dem sich alles aufrichtet oder in sich zusammenfällt? „Ist aber Christus nicht auferweckt worden von den Toten, so ist unser Glaube vergeblich“, schreibt der Apostel Paulus. Und so hoffe ich, gegen alle Vernunft, dass es eines Tages doch klappen wird. Mit der Auferstehung. Für den toten Pastor aus Südafrika. Und für alle andern auch.

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