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SWR3 Gedanken

05JUL2022
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Es ist krass, was wir Menschen schon alles zustande gebracht haben. Wir können Organe transplantieren, wir schießen Sonden zum Mars und schicken in Sekundenbruchteilen Terabytes von Daten um den Erdball. Martin Luther King hat dazu gesagt: „Wir haben gelernt, wie die Vögel zu fliegen und wie die Fische zu schwimmen; aber die einfachste Kunst, haben wir noch nicht gelernt: wie Geschwister zusammenzuleben.“

Hört sich für mich erstmal pessimistisch an. Aber ich denke, Martin Luther King hat schon Recht mit seinem Satz. Wir haben es immer noch nicht auf die Kette gebracht, dass alle auf diesem Planeten in Frieden leben können. Und „wie Geschwister zusammenleben“ bedeutet nicht unbedingt Friede Freude Eierkuchen. Mit meiner Schwester habe ich mich öfters mal gezofft, besonders als wir beide Teenies waren. Aber am Ende war klar, wenn’s hart auf hart kommt, halten wir doch zusammen.

So eine Mentalität wünsche ich mir auch im Großen. Martin Luther King meint: „Wir haben es noch nicht gelernt, wie Geschwister zusammenzuleben.“ Das „noch“ da drin macht mir Hoffnung. Ich wünsche mir, dass wir Menschen überall auf der Welt diese einfache Kunst noch besser lernen. An Schulen, in Kindergärten, in Familien und in Religionen. Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass da noch was geht in Sachen Geschwisterlichkeit unter uns Menschen. Und gerade weil es im Moment so hart auf hart kommt, heißt es jetzt umso mehr: Zusammenhalten! – über Grenzen hinweg.

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