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SWR3 Gedanken

12MRZ2022
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Ich will gerne helfen, wenn andere Sorgen und Nöte haben. Oft kann ich aber nichts tun oder zumindest nicht genug. Und manchmal habe ich auch das Gefühl: Es ist gerade auch einfach viel Not in der Welt. Menschen fliehen vor Krieg und Gewalt. Menschen flüchten und ertrinken im Mittelmeer.

Aber auch direkt in der Nachbarschaft, die Familie mit jungen Kindern: Die zwei Jahre Corona haben sie einfach fertig gemacht. Nerven, Geduld, Kraft am Ende. Oder das alte Paar zwei Straßen weiter. Er braucht eine OP. Aber wer kümmert sich dann in der Zeit um sie? Klappt es mit einem Kurzzeitpflegeplatz und wird sie dort mit allen klarkommen?

So viele Sorgen, Nöte. Was hilft da noch? Aktionismus ist es selten. Wenn ich allen helfen will, ist am Ende manchmal niemandem geholfen. Aber ich glaube, dass es hilft, wenn ich die Sorgen und Nöte von anderen Gott anvertraue. Wenn ich für andere bete.

Da ändert sich vielleicht bei den anderen erst mal nichts. Aber mir hilft es, meine Gedanken klarer zu bekommen. Und dann kann ich gezielter helfen. Da mit Geld, dort mit einem Besuch und dort wieder anders.

Und bei manchen Sorgen und Nöten bleibt mir auch gar nichts anderes übrig, als auf Gott zu vertrauen. Dass diejenigen, die etwas ändern können, gute Ideen bekommen. Oder dass sie mit ihren Ideen gehört werden. Deswegen bete ich auch immer wieder für die Menschen in der Politik oder der medizinischen Forschung. Ob das wirklich hilft? Ich frage lieber anders: Was sollte es schaden?

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