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Anstöße SWR1 BW / Morgengedanken SWR4 BW

04MRZ2022
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Dieses Jahr ist laut unserem synagogalen Kalender ein „Schaltjahr“. Zu den 12 Monaten des Jahres wird ein dreizehnter Monat mit dem Namen Adar Scheni, der „zweite Adar“, hinzugefügt.

Der Grund: Das herkömmliche Sonnenjahr besteht abgerundet aus 365 Tagen.  Der Mondkalender der Synagoge aber nur aus 354 Tagen.  Es entsteht ein Unterschied von jeweils 11 Tagen im Jahr zwischen den beiden Kalendersystemen.  Wenn man den 13. Monat nicht hinzufügen würde, so fiele das Pessach-Fest nach einigen Jahren in die Winterzeit.  Pessach jedoch, ist laut Anordnung der Tora ein Frühlingsfest, das zur Zeit der Reife der frühesten Getreideähren im heiligen Land gefeiert werden muss. Weil unsere versklavten Vorfahren gerade zur Frühlingszeit Ägypten verlassen durften ist dies mit ein Grund, warum wir Pessach zu dieser Jahreszeit feiern.

Für dieses Jahr haben wir noch einen wesentlichen Grundsatz der Tora zu beachten: Im dritten Mosebuch lesen wir: „Wenn ihr in das Land kommt...soll das Land Schabbatruhe...halten.  Sechs Jahre sollst du dein Feld besäen...und seinen Ertrag ernten.  Jedoch im siebenten Jahr soll das Land einen vollständigen Schabbat, d.h. Ruhe halten. „Dein Feld sollst du nicht besäen...“ (25:  1- 6).  Diese Anordnung, die als „Schmitta“, - Brach-, oder einfach als Schabbatjahr bekannt ist, hatte die Bedeutung, dass es das Heilige Land, - als Gabe G-ttes- vor der menschlichen Ausbeutung oder Raubabbau schützen sollte.  Ferner diente die Einrichtung des Schabbat- Jahres auch sozialen Zwecken.  Die wild nachwachsende Ernte konnten die Ärmeren, Besitzlosen und die Fremden für sich eintragen.

So erzieht die Schmitta den Menschen dazu, mit seinem Besitz anderen gegenüber großzügiger umzugehen.

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