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Anstöße SWR1 BW / Morgengedanken SWR4 BW

Er hatte einen Traum. Den Traum, dass seine vier kleinen Kinder einmal nicht nach ihrer Hautfarbe, sondern nach ihrem Charakter beurteilt werden, dass weiße und schwarze Jungen und Mädchen als Brüder und Schwestern einander die Hände reichen.
Er glaubte fest daran, dass dieser Traum eines Tages wahr würde.

Er selbst hat das nicht mehr erlebt. Am 4. April 1968, also heute vor 40 Jahren wurde Martin Luther King ermordet. Die Kugel seines Attentäters verletzte ihn tödlich am Hals.

39 Jahre war er alt, er war Prediger in einer Baptistenkirche, verheiratet mit Coretta King, Vater von vier Kindern. Bekannt ist Dr. Martin Luther King als Führer der Bürgerrechtsbewegung in Amerika. Mit gewaltlosem Widerstand kämpfte er für die Rechte seiner schwarzen Mitbürgerinnen und Mitbürger. Manche von Ihnen erinnern sich vielleicht noch an die Texte im Englisch-Buch, die vom Busboykott in Montgomery und Sheriff Connor in Birmingham handelten. 1963 bekam King den Friedensnobelpreis.
Er selbst hat gelebt, woran er glaubte: Feindesliebe und Gewaltlosigkeit.
Keine Polizeihunde, keine gemeinen Verhörmethoden, keine Wasserwerfer, nichts, auch nicht die Bedrohung seiner Familie konnte ihn vom Weg der Gewaltlosigkeit abbringen.
'Nichts darf uns dazu bringen, den Weg der Liebe zu verlassen', hat er denen eingeschärft, die ihm folgten im gewaltlosen Kampf für die Gleichheit aller, auch der schwarzen Amerikaner. Einer der Sätze, die mich tief bewegen: Lasst es nicht zu, dass ihr jemanden hasst. Wer den anderen hasst, der ist nicht mehr frei. Der ist vom Bösen schon gefangen.
Keine Gewalt anwenden, weil Jesus uns den Weg der Gewaltlosigkeit gelehrt hat.
Ihr werdet es nicht schaffen, uns dazu zu bringen, euch zu hassen, hat Martin Luther King seinen Feinden entgegengehalten.
Für Freiheit und Menschenwürde wollte er nur mit den Mitteln kämpfen, die diesem Ziel entsprechen. Kann jemals aus Hass eine neue Menschengemeinschaft entstehen?
Kann jemals auf dem Boden der Gewalt Freiheit wachsen? Das kann nicht sein.
Martin Luther King ist nicht tot. Er ist vorausgegangen in das Land der Verheißung, in die gute Zukunft Gottes, an die er geglaubt hat.
Am Abend vor seinem Tod hat er noch davon gesprochen. Er sagte: Ich weiß nicht, was jetzt geschehen wird. Schwierige Tage liegen vor uns. Aber das macht mir jetzt wirklich nichts aus. Heute sollt ihr wissen, dass wir als ein Volk in das gelobte Land gelangen werden. Deshalb bin ich glücklich heute.
Er hatte einen Traum, der nicht stirbt. An ihm entzünden viele ihre Hoffnung auf eine gerechtere Welt.
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