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Anstöße SWR1 BW / Morgengedanken SWR4 BW

Ich bin ja so dankbar. Morgen werden es drei Jahre, dass ich operiert wurde, sagt sie. Lachend. Ihre Augen leuchten. Ihr Haar glänzt und ihre Haut sieht wieder frisch aus.
Morgen werden es drei Jahre, dass ich operiert wurde.

Sie hat nicht vergessen, wie das damals war. Wie lange es gedauert hat, bis sie wieder bei Kräften war. Sie ist dankbar. Es ist, als ob ihr das Leben noch einmal neu geschenkt wurde.
Daran will sie sich nicht gewöhnen. Das will sie nicht für selbstverständlich nehmen.
Das bleibt ihr ganz besonderer Tag. Ein Geschenk, für das sie immer neu dankbar ist.
Von Jesus wird eine Geschichte erzählt. Er wanderte mit seinen Freunden über die Dörfer. Er erzählte den Menschen von Gott. Er heilte ihre Krankheiten. Einmal eine ganze Gruppe, zehn Leute. Glücklich gingen sie nach Hause. Endlich wieder bei der Familie. Endlich wieder etwas tun können. Endlich wieder dazugehören, für etwas da sein.
Einer geht noch einmal zurück und dankt Jesus. Dem war irgendwie aufgegangen, was ihm da geschenkt worden war und von wem. Der wird anders leben als vorher. Dankbar. Dem Mann wird das Leben nicht mehr selbstverständlich sein.
Für die anderen neun hat sich anscheinend nichts verändert. Für die war alles wie vorher.
Diese Vergesslichkeit scheint nicht neu zu sein. Schon in einem alten Gebet wird erinnert: Vergiss nicht, was Gott dir Gutes getan hat. Vergiss nicht, wie er dich geheilt, beschützt, beschenkt, überrascht hat. Geh nicht darüber hinweg, als müsste das so sein. Nimm das nicht für selbstverständlich. Du nimmst dir selbst etwas weg, wenn du die Geschenke an dein Leben nicht bewusst annimmst und Gott dafür dankst.
Das muss nicht die gut verlaufene OP sein, das kann auch der Beinaheunfall sein oder der Arbeitsplatz, von dem du geträumt hast. Für meine Bekannten ist es das Enkelkind, auf das sie so lange gewartet haben.
Und nicht zu vergessen der Mensch, mit dem du seit vielen Jahren zusammenlebst und ihr versteht euch immer noch ganz prima…
Ist es nicht dies, dann ist es noch etwas anderes. Ich glaube, in jedem Leben lässt sich etwas finden, wofür man danken kann. Auch wenn noch nicht alles perfekt ist und wenn nicht alles gut wird.
Wer danken kann, dem geht es besser, weil er etwas Gutes im eigenen Leben entdeckt.
Bestimmt können Sie auch etwas entdecken, für das Sie heute sagen können:
Ich danke dir, Gott.
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