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SWR3 Gedanken

06SEP2021
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Dieses Jahr hatte ich einen richtig langen Urlaub – wunderbar! Gerade zurückgekommen will ich die Mails checken, funktioniert aber nicht. Also noch eine Schonfrist. Und Sie? Schon wieder im Takt? Schon wieder voll dabei und am Funktionieren?

Mir geht es ein bisschen wie meinem Maildings. Ich hänge irgendwie noch fest zwischen Meer und Bergen und See, Wolkendrachen und Wolkenpudel. Das Blau des Himmels gespiegelt im Blau des Sees. Abende, an denen es sich anfühlt, als wäre die Frage, wer im Malefiz gewinnt, die wichtigste im Leben.

Ich weiß um Waldbrände, die Schrecken in Afghanistan und den Klimawandel. Trotzdem hat sich meine Seele eine Auszeit genommen, konzentriert auf meine liebsten Menschen, draußen sein, laufen, schwimmen, kochen und gut essen, Musik hören, tanzen, mit Mückenstichen fertig werden, lange lesen und schlafen und faulenzen.

Ich finde es gut, dass ich noch nicht wieder einfach funktioniere. Dass meine Seele noch nachbaumelt, im Blau festhängt, in der Weite der Landschaft. Ich finde es gut, dass der Blick vom Bildschirm immer wieder nach draußen wegschweift. Den Himmel sucht und das Weite. Ich kann das nur empfehlen, in diesen vielleicht letzten durchsonnten Tagen. Es ist wie ein Vorrat an Wärme und Licht, den ich anlege. Wenn es dann wieder richtig losgeht, das ganz normale Leben, dann hoffe ich, dass meine Seele noch lange erfüllt ist von Schönheit und Freundschaft und Blau. Und dass dadurch alles, was dann dran ist, durchdrungen bleibt von dieser Wärme und dem Licht.

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