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Anstöße SWR1 BW / Morgengedanken SWR4 BW

13AUG2021
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Was man von Kindern nicht alles lernen kann. Etwa, dass man nie sagen sollte: „Da kannst du eh nichts machen! Zum Beispiel gegen den Hunger in der Welt. Bei großen Themen wie diesen fühlen sich viele Erwachsene einfach nur ohnmächtig. Und machen aus dieser Ohnmacht heraus eben: nichts. Der Enkel eines Freundes hat gezeigt, wie es auch gehen könnte: Joshua. Es ist zwar schon ein paar Jahre her, aber die Geschichte ist zeitlos.
Joshuas Großvater war Theologieprofessor in Tübingen und hat regelmäßig in Armenvierteln in Peru gearbeitet. Als er mal wieder vor einer Reise dorthin stand, hat er sich von seinem damals vierjährigen Enkel verabschiedet und gesagt: „Joshua, ich geh jetzt für eine Weile weg, zu Kindern, die sind ganz arm. Die haben oft nur ganz wenig zu essen und manchmal gar nichts.“

Als Joshua das gehört hatte, drehte er sich um, ging in sein Zimmer, holte seine Sparbüchse und sagte zu seinem Opa: “Nimm das und kauf’ den Kindern Äpfel, denn Äpfel sind gesund!“ Und das hat Joshuas Opa dann auch gemacht. Im peruanischen Cusco hat er von den rund 20 Euro seines Enkels einen großen Sack Äpfel gekauft. Damit ist er in ein Dorf gefahren, das 4500 m hoch liegt. In dieser Höhe wachsen keine Bäume mehr, geschweige denn Äpfel. Es wurde eine Dorfversammlung einberufen, damit Joshuas Äpfel auch gerecht verteilt wurden. 50-60 Kinder saßen im Kreis und jedes bekam einen Apfel. Und es war ein Erlebnis wie die Kinder mit ihrem ersten und vielleicht einzigen Apfel umgegangen sind. Manche haben nicht gewusst wie ihn essen. Manche haben ihn nur staunend in den Händen gehalten und manche haben gierig in ihn reingebissen.

Joshuas Großvater war tief berührt zu sehen wie die Äpfel seines Enkels nun an ihren Bestimmungsort gekommen waren. Und natürlich weiß er, dass der Hunger nicht mit geschenkten Äpfeln aus der Welt geschafft wird. Sondern nur wenn man die Menschen auch lehrt Apfelbäume zu pflanzen oder das, was in 4500 Metern eben noch gedeiht. Aber das hat Joshua, der jetzt ein junger Mann ist, sicher noch gelernt. Und wir was Wunderschönes von ihm!

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