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Anstöße SWR1 BW / Morgengedanken SWR4 BW

16JUL2021
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Sintflut und Apokalypse. Es sind wahrlich biblische Begriffe, die gerade vielen von uns in den Sinn kommen, angesichts der Schreckensbilder aus den Überflutungsgebieten in der Eifel und im Bergischen Land. Viele Menschen haben dort nicht nur ihre Wohnung oder ihr Hab und Gut verloren. Inzwischen ist klar, dass zahlreiche Menschen auch ihr Leben gelassen haben. Die Gewalt einer entfesselten Natur hat es ihnen genommen.

Dennoch, so naheliegend sie auch erscheinen mögen. Ich finde, dass die biblischen Begriffe hier nicht passen. Das Bild des zornigen Gottes der biblischen Sintflutgeschichte, der Wassermassen schickt um Leben auszulöschen, ist nicht mehr das Bild jenes Gottes, von dem das Neue Testament uns erzählt. Dort findet sich vielmehr das Bild eines Gottes, der den Verlorenen nachgeht. Der den glimmenden Docht nicht löscht und den geknickten Halm wieder aufrichtet. Es ist das Bild eines liebenden und besorgten Gottes, auch und gerade angesichts von Katastrophen und menschlichem Leid.

Die Wassermassen in den überfluteten Dörfern und Landstrichen haben gerade jede Menge Leid hinterlassen. Angehörige, die jetzt um ihre Toten trauern. Menschen, die verzweifelt nach Vermissten suchen. Andere, die quasi über Nacht vor den Trümmern ihrer Existenz stehen.

Ich wünsche allen, die heute schwer getroffen sind, dass sie Menschen an ihrer Seite finden, die sie etwas von dieser Liebe und Sorge spüren lassen. Die Hand anlegen, um zu helfen. Die sie einfach in den Arm nehmen, um zu stützen und zu trösten. Als Christ glaube ich fest daran, dass Gott genau dort zu finden ist. Inmitten von Zerstörung und Leid. Und ganz nah bei denen, die es so schlimm getroffen hat.

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