Alle Beiträge

Die Texte unserer Radiosendungen in den Programmen des SWR können Sie nachlesen und für private Zwecke nutzen.
Klicken Sie unten die gewünschte Sendung an.


Anstöße SWR1 BW / Morgengedanken SWR4 BW

Die Narren sind los. In vielen Städten und Dörfern sind heute die Umzüge unterwegs. Die Narren stellen die Verhältnisse und die Verhaltensweisen des Alltags auf den Kopf. Zehntausende sind unter dem Motto „S’goht dagegen!“ für ein paar Stunden nicht ganz normal. Man singt auf der Straße. Man lacht mit denen, die man sonst kaum anzusprechen wagt. Man lacht über Dinge, die man sonst lieber beschweigt – und manchmal wird klar: Das ist wirklich zum Lachen und das werden wir ändern.
Die Verhältnisse und die Verhaltensweisen, die wir uns angewöhnt haben auf den Kopf stellen – im Grunde ist das ganz christlich. „Wir sind Narren um Christi Willen“ (1. Kor 4,7) hat der Apostel Paulus über sich und seine Mitarbeiter geschrieben. Wir lassen uns auslachen, weil wir ernst nehmen, was Jesus Christus gesagt und getan hat. Wir könnten es auch anders haben. Wir könnten still sein, darauf hinweisen, dass die Zeiten sich geändert haben. Wir könnten uns aus der Affaire ziehen und sagen: Glauben ist Privatsache und auch nur fürs Privatleben geeignet und da geht er ja dann keinen was an. Aber wir glauben eben nach wie vor, der Himmel ist ganz nah, wenn Menschen so leben, wie Jesus es gezeigt hat. Und wir lassen uns auslachen von denen, die sagen: Wisst ihr denn nicht, wie das zu Ende gegangen ist? Aufgeknüpft haben sie diesen Jesus, zum Gespött ist er geworden. Und wer sich an den hält, der ist das auch: ein Narr.
Von Jesus selber haben die Leute das ja auch gesagt. Sogar seine Familie. Als es denen zu bunt wurde, wollten sie ihn aus dem Verkehr ziehen, erzählt die Bibel. Da standen seine Mutter und seine Brüder eines Tages vor der Tür. „Er ist von Sinnen!“ haben sie gesagt und wollten ihn nach Hause zurückholen. Und verrückte Ideen hat er ja wirklich gehabt. Hört auf mit dem, was die meisten für normal und ganz richtig halten, hat er gesagt. Vergeltet nicht Gleiches mit Gleichem, schon gar nicht Böses mit Bösem. Dabei ist das doch eigentlich normal: Wenn einer mich schlägt, dann schlage ich zurück. Wenn einer mich im Stich lässt, dann kann er auf mich auch nicht mehr rechnen. Ganz normal ist das, ganz alltäglich. Manche sagen auch, das ist vernünftig so – wo kämen wir denn sonst hin.
Aber Jesus hat gesagt: So macht ihr euch gegenseitig das Leben zur Hölle. So tut ihr euch bloß immer mehr weh.
Wenn Sie heute die Pappnase aufsetzen, dann merken Sie vielleicht, wie das Leben leichter wird, wenn man sich zum Narren macht. Genauso ist das mit der närrischen Lebensweise, die man von Jesus lernen kann. Vielleicht versuchen Sie es ja mal, nach den tollen Tagen.
https://www.kirche-im-swr.de/?m=3100