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Anstöße SWR1 BW / Morgengedanken SWR4 BW

01JUL2019
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Gleich kommen die Nachrichten. Und wie fast immer geht es da um schlechte Nachrichten. Nicht nur weil schlechte Nachrichten mehr Aufmerksamkeit ziehen, scheinbar interessanter oder relevanter sind als gute. Sondern weil die Welt besser werden soll. Und dazu muss man das, was schlecht ist oder gefährlich, erst mal benennen. Das ist recht so und bin ich auch gewohnt. Aber irgendwie färbt das manchmal auch auf meine Seele ab. So dass ich vor lauter schlechten Nachrichten keinen Sinn mehr für die guten hab. Für das, was gut ist im Leben, wofür ich dankbar sein kann. Dass ich zum Beispiel in dieser Ecke der Welt geboren bin, in der seit über 70 Jahren Frieden ist. Wo ich in Freiheit, in einer Demokratie leben kann, Reisen kann wohin ich will, jeden Tag zu essen und zu trinken habe und nicht um mein Leben fürchten muss, wenn ich in die Kirche gehe. „Dankbarkeit ist die Wachsamkeit der Seele gegen die Kräfte der Zerstörung“, das hat der christliche Philosoph Gabriel Marcel gesagt. Und in diesem Sinn will ich gerade jetzt, vor den Nachrichten, ein Dankgebet sprechen. Mit dem Text eines Kirchenlieds von Martin Gotthard Schneider. Es ist das einzige Kirchenlied, das es in die deutsche Hitparade gebracht hat, Anfang der 60er Jahre. Es wird bis heute gern von Alt und Jung gesungen. Und obwohl oder vielleicht gerade weil es von einer schönen Schlichtheit ist, wurde es von Pop-, Rock- und sogar Punkbands gespielt. So schlicht wie es ist, heißt es auch:  „Danke“* und geht so: 

Danke für diesen guten Morgen

danke für jeden neuen Tag.

Danke, dass ich all meine Sorgen auf dich werfen mag.

 

Danke für alle guten Freunde,

danke, oh Herr, für jedermann.

Danke, wenn auch dem größten Feinde ich verzeihen kann.

 

Danke für meine Arbeitsstelle,

danke für jedes kleine Glück.

Danke für alles Frohe, Helle und für die Musik.

 

Danke für manche Traurigkeiten,

danke für jedes gute Wort.

Danke, dass deine Hand mich leiten will an jedem Ort.

 

Danke, dass ich dein Wort verstehe,

danke, dass deinen Geist du gibst.

Danke, dass in der Fern und Nähe du die Menschen liebst.

 

Danke, dein Heil kennt keine Schranken,

danke, ich halt mich fest daran.

Danke, ach Herr, ich will dir danken, dass ich danken kann.

  

*Quelle: Gotteslob/Ev. Gesangbuch…

https://www.kirche-im-swr.de/?m=28921