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SWR4 Abendgedanken

Haben Sie schon die ersten Weihnachtsgeschenke gekauft? In zehn Tagen ist Ostern, werden Sie denken. Von Weihnachten noch keine Spur. Doch. Eine erste zaghafte Spur ist heute zu erkennen. Denn heute in neun Monaten feiern die meisten Christen auf der ganzen Erde Weihnachten. In vielen christlichen Kirchen wird deshalb heute das Fest der Verkündigung des Herrn gefeiert. Es bringt uns auf diese erste Spur. Die biblischen Texte erzählen heute von den Anfängen des Lebens Jesu. Von dem jungen Mädchen Maria, das in Nazareth lebte. „Der Engel des Herrn trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir. Fürchte dich nicht, Maria, du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: Dem sollst du den Namen Jesus geben“, so heißt es in der Bibel (Lk1,28-30) Neun Monate später, an Weihnachten wird das sichtbar, woran der Tag heute erinnert: Gott ist Mensch geworden in Jesus Christus. Karfreitag und Ostern verdichtet sich das, was Menschwerdung Gottes eben auch bedeutet. Dass Jesus für die Menschen gelebt hat. Dass er in seinem Leben und Sterben auch das Scheitern erfahren hat, aber auch: dass sein Leben nicht im Tod geblieben ist. Wenn Gott Mensch in Jesus geworden ist, dann geht es nicht nur um die Geburt neun Monate später. Es geht nicht nur um die „Stille Nacht, heilige Nacht“. Es geht um sein Leben. Es geht um seine Botschaft vom Leben, die er uns gegeben hat. Und vorgelebt hat. Es geht um unser Leben. Ich finde es schön, diese Spur jetzt im Frühling gelegt zu bekommen. Diese Lebens-Perspektive. In diesen Wochen, in denen das Leben in der Natur neu aufbricht und auch wir neu aufleben nach den Wintermonaten. Das JA, das Maria damals gesprochen hat, war ein JA zum Leben. Wie das Leben in der Schöpfung mit dem warmen Frühling nach den kalten Monaten neu beginnt, so beginnt mit dem neuen Leben, das Maria nun in sich trägt, bald etwas Neues. So neu, dass es noch nachwirkt bis heute. Deswegen gehören für mich auch Weihnachten und Ostern, Krippe und Kreuz, zusammen.

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