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SWR4 Abendgedanken

„Im Notwendigen Einheit, im Zweifel Freiheit, in allem Liebe“. Ein Wort, das dem Kirchenvater Augustinus zugeschrieben wird. Der Kalender erinnert heute an diesen Menschen, der um 400 nach Christus lebte. Er war in seinen letzten Lebensjahren bis zu seinem Tod Bischof von Hippo in Nordafrika. Im heutigen Algerien. Als großer Denker des christlichen Altertums hat er die Theologie und Philosophie der nachfolgenden Jahrhunderte bis auf den heutigen Tag entscheidend beeinflusst. „Im Notwendigen Einheit, im Zweifel Freiheit, in allem Liebe“. Ein Wort, das zum Leitbild meiner Kirche gehört und auch mir persönlich viel bedeutet. Es spricht mich an, weil es für eine offene und weite Kirche steht. Für ein offenes Christentum. Augustinus lebte nah am Ursprung des Christentums. Die Welt war noch klein. Vieles war noch unentdeckt und unerforscht. Viele Regionen der Erde waren den ersten Christen noch fremd. Die großen Spaltungen der Kirchen standen noch aus. Heute leben wir in einer vernetzten Welt. Kaum ein Fleck in  der Welt, der nicht irgendwie erforscht und bekannt ist. Jede Religion sucht ihren Platz. Das Christentum ist mittlerweile in viele Konfessionen geteilt. Hier ist dieses Wort des Augustinus wie ein Leitwort für das Miteinander der christlichen Kirchen und Gemeinden. Es ermutigt aufeinander zuzugehen. Sich im Notwendigen zu vereinen. Im Engagement für die notleidenden Menschen. Im Sinne der Bibel Not zu wenden. Gemeinsam so den Glauben an Gott zu bezeugen. Dann aber dem jeweils anderen genügend Freiraum zu geben für seine eigenen Ansichten und Meinungen. Für seine Art zu glauben und zu vertrauen. Tolerant und offen zu sein und respektvoll miteinander umzugehen. So rücken wir als Christen enger zusammen und wissen uns in der Liebe verbunden.

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