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SWR4 Abendgedanken

Das ist leichter gesagt als getan, so sage ich manchmal im Gespräch, wenn jemand locker flockig etwas vorschlägt. Wenn ich eher skeptisch bin. Das ist leicht gesagt – fast schon eine Redewendung. Seit einigen Jahren gibt es offiziell die „Leichte Sprache“. Sie ist entstanden aus einer Selbsthilfebewegung von Menschen mit geistiger Behinderung. Seit der UN-Menschenrechtskonvention von 2008 gehört sie mit zu deren „Recht auf Verstehen“. Leicht zu sprechen ist nicht so leicht. Leichte Sprache ist nicht kinderleicht, sie ist keine Kindersprache. Leichte Sprache ist auch nicht unbedingt verständlicher, es geht ihr nicht um das totale Verstehen. Es bleibt vieles offen. Anderes bleibt fragwürdig. Die Lebenshilfe Bremen hat passend zum diesjährigen Osterfest die Ostergeschichte in Leichter Sprache herausgegeben. Denn auch in der Verkündigung hilft diese Sprache. Ich höre manche biblischen Geschichten neu und die alten Botschaften kommen unbehindert bei mir an. Hier eine Kostprobe aus dem Osterevangelium: Es ist ganz früh am Sonntag. Die Frauen gehen zum Grab von Jesus. Da sehen sie: Die Höhle ist offen. Die Frauen gehen in die Höhle. Da sehen sie: Das Grab ist leer. Da kommen zwei Engel. Sie sagen zu den Frauen: Jesus ist wieder bei den Menschen. Er lebt. Es ist eine Freude so die alte Geschichte von Ostern neu zu lesen und zu verkünden. Die einfachen und kurzen Sätze der leichten Sprache schaffen einen Raum für eigene Bilder und Gedanken. Ich kann diesen Raum mit meinen eigenen Erfahrungen und auch Fähigkeiten füllen. Im Hören können mein Glaube und auch meine Phantasie mitgehen und so die leeren Stellen füllen. Jesus ist wieder bei den Menschen. Er lebt. So ein Wort in leichter Sprache gibt mir Kraft für meinen Lebensweg. Ich nehme diese Botschaft einfach mit hinein in mein Leben.

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