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Anstöße SWR1 BW / Morgengedanken SWR4 BW

„God bless you“ – Gott segne dich! Mit diesen Worten hat eine Amerikanerin ihr Interview in einer Samstags-abend-Show beendet. Alles, was sie vorher über ihr Leben erzählt hat, wurde wörtlich wiedergegeben. Die letzten Worte hat der Übersetzer einfach weggelassen.
Warum wohl, habe ich mich gefragt? Gehört für ihn Gottes Segen einfach nicht in eine Unterhaltungs-Show?
Schade eigentlich! Denn ich finde: der Segen Gottes gehört mitten ins Leben hinein. Gott verspricht mir mit seinem Segen schließlich, dass er mit mir geht und mich begleitet – überall, gerade auch in meinem Alltag. Und daran können Menschen sich gegenseitig erinnern.
Denken Sie nur, wie wir einander begrüßen und uns verabschieden: Grüß Gott oder das französische Adieu, das schwäbische Ade oder unser Tschüss. Gott befohlen heißt das übersetzt. Mit jedem Ade, mit jedem Tschüss wünschen wir also unserem Gegenüber Gottes Segen und seinen Schutz.
Wahrscheinlich ist das kaum noch jemandem bewusst. Aber es erinnert mich daran, dass Gott seinen Segen mit vollen Händen ausschenkt. Nicht nur sonntags. Und erst recht nicht nur durch Pfarrerinnen und Pfarrer. „Ich will dich segnen und Du sollst ein Segen sein“, hat Gott zu Abraham gesagt. Und Abraham ist der Stammvater von allen, die an Gott glauben, sagt die Bibel. Also gilt Gottes Wort an ihn auch für mich – und für alle, die an Gott glauben.
Ich habe mir vorgenommen, das nicht für mich zu behalten. Sondern Gottes Segen weiter zu geben. Zum Beispiel in meinem Religionsunterricht. Als ich mit meiner 1. Klasse die Abrahamsgeschichte durchgenommen habe, da habe ich die Schüler gesegnet. Jedem, der das wollte, habe ich die Hand auf den Kopf gelegt und gesagt: „Ich segne dich und du sollst ein Segen sein“. Mucksmäuschenstill war es in der Klasse. Jeder hat gemerkt, da geht jetzt etwas Besonders vor – eben der Segen Gottes. „Segnen Sie uns heute noch einmal?“, haben die Schülerinnen und Schüler in der nächsten Stunde gefragt. Und diesmal wollten alle gesegnet werden. Und sie wollten mich segnen. 18 Patschhände auf meinem Kopf – ein schönes Erlebnis. Und eines, das mir wieder gezeigt hat: der Segen Gottes wirkt. Er lässt uns spüren, dass Gott tatsächlich da ist, direkt an unserer Seite. Und das ist ein schönes Gefühl, finde ich. Und eines, das ich gerne auch an Sie weitergeben möchte:
Seien Sie gesegnet an diesem Tag, in dieser Woche und im Neuen Jahr.
Möge Gott sich bei Ihnen einhängen und sagen:
Ich geh mit dir. Ich segne dich und du sollst ein Segen sein.“

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